Mit Pauken, Vorschlaghammer und Trompeten

Da sich mein Arbeitsort offensichtlich in einem äusserst florierenden Quartier der schönsten Stadt der Schweiz befindet, wurde jüngst neben unserem geliebten Raucherplatz ein Baugerüst im grossen Stil aufgezogen, um weitere Büros für junge Kreativköpfe herzurichten. Wo ein Baugerüst steht, dürfen natürlich auch die dazugehörigen Bauarbeiter nicht fehlen. Nichts gegen diesen Beruf, es ist wohl allen bewusst, dass hier harte Arbeit verrichtet wird, bei fast jedem Gammelwetter, welches die Natur so aufzubieten hat. So weit, so gut. Trotzdem drängt sich immer wieder die Frage auf, ob im jeweiligen Jobprofil nebst der erforderlichen körperlichen Fitness auch ein gewisses Verhalten gegenüber des weiblichen Geschlechts verlangt wird. Der Kreativität der Ausrufe und Pfeifmelodien sind nämlich keine Grenzen gesetzt. Vielleicht wird den Bau-Neulingen aber auch in der Einführung erstmal beigebracht, wie man richtig grunzt, Affengeräusche generiert und mit den Stimmlagen spielt. Das Prachtexemplar, das sich schon seit Beginn der Arbeiten in unserer Nachbarschaft um die Weiblichkeit bemüht, hat beispielsweise die Eigenschaft, seine Begrüssung jedesmal in einer katzenartig miauenden Stimme zum Besten zu geben. Nach ein paar Tagen erfolgreichen Ignorierens hat jeder mal genug und versucht, geistreich zu parieren. Der Erfolg solcher Aktionen ist allerdings äusserst zweifelhaft:

(Weibliches Zielobjekt betritt den Raucherplatz)

Bauarbeiter: „HOI!“ (hohe Katzenstimme)

Weibliches Zielobjekt: „…“ (zündet genervt die Kippe an und dreht sich weg)

Bauarbeiter: „HOOOI“ (immer noch hohe Katzenstimme)

Weibliches Zielobjekt: „Geht’s auch normal?!“

Bauarbeiter: „Das ist normal“ (immer noch hohe Katzenstimme)

Weibliches Zielobjekt: „Mein Beileid“ (dreht sich wieder weg)

Bauarbeiter: „Danke! Höhöhöhihihi“ (Immer noch hohe Katzenstimme, kombiniert mit Grunzgeräuschen)

Weibliches Zielobjekt: „…“ (löscht genervt die Kippe und wirft all ihre Hoffnungen auf Vernunft über Bord)

(Weibliches Zielobjekt verlässt den Raucherplatz)

Fazit: Ignorieren geht noch immer über studieren.

4 Kommentare zu “Mit Pauken, Vorschlaghammer und Trompeten

  1. Hab doch ein bisschen Mitleid mit den Jungs. Ist ja erst gerade Sommer da machen wohl der Testosteronspiegel ein bisschen Hulahup 🙂 Sehr geistreich ist es aber wirklich nicht

  2. Frau E., das ist ein Kompliment! Das verstehen bloss wir Schweizer nicht! Um „Aurélie“ von Wir sind Helden zu zitieren:

    „Aurélie, die Männer mögen Dich hier sehr…selbst auf der Strasse schaut Dir jeder hinterher, doch Du merkst nichts weil sie nicht pfeifen, pfeifst Du selbst die Flucht ergreifen, Du musst wissen hier ist weniger oft mehr!“

    😉

    In diesem Sinne, versuchen Sie einfach sich geschmeichelt zu fühlen und in Ruhe Ihre Kippe zu rauchen!

    Es drückt Sie,

    Frau E. (die andere)

  3. Hallo andere Frau E. ! 😉

    Welch Freude, sie mal hier zu haben.

    Sie haben natürlich recht. Man fühlt sich ja auch irgendwie geschmeichelt. Ich glaube das Nerven rührt eher vom Geräusch der Männer her.

    Von dem her werde ich meine Kippen weiterhin genüsslich rauchen, bis ich mal aufhöre, damit.

    Es drückt sie zurück!

    Frau E., die nochmals andere.

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