Berlin und die Strassenkunst

Ich empfinde noch immer ein leichtes Nachbeben der Eindrücke, die meine lieben Begleiter und meine Wenigkeit während unseres viel zu kurzen Aufenthaltes in Bärlin (das ist kein Schreibfehler, nein nein) verinnerlichen durften. Die Stadt scheint bei einer grossen Anzahl von Schweizern, insbesondere bei Zürchern, eine einzigartige Faszination auszulösen. Schon oft durfte ich hören, man verlasse die Stadt nicht ohne einen Teil seiner Liebe zu hinterlassen. Oder einen Koffer. Kleiner Scherz am Rande. Es gibt sicherlich verschiedenste Gründe, Berlin nachträglich zu vermissen oder immer wieder hinzugehen. Für die einen sind es die schmucken und immer etwas angeschrammelten Kaffees und Bars, für die anderen das grosse Kulturangebot, oder auch die schwermütige Geschichte der Teilung. Man hört aber auch von der Ähnlichkeit mit Zürich, Berlin sei die grosse Schwester unserer Limmatstadt. Für mich sind es Details, die mir schon beim ersten Besuch im Herzchen hängen blieben. Die zugemauerten Teile der Häuser, die aufwändig oder manchmal auch nachlässig bemalt wurden. Die leichte Zurückhaltung in ihrem Wesen, und doch extrem in ihrer Erscheinung, aufgrund der Durchmischung von alt und neu. Man kann sich in der Stadt verlieren und fühlt sich dennoch zuhause. Es fehlt ihr die kokette Ader Zürichs, sie ist rauh, echt, und doch schick auf ihre Art, wie eine Frau, die ihren ganz eigenen Stil trägt, ohne sich zur Schau zu stellen. Ich oute mich nun offiziell als Fan von Streetart, nicht unbedingt im Sinne von Graffiti, es darf alles sein, Beschriftung, Tags, Veränderung von schon vorhandenen Motiven. Alles, das lebt und sich verändert, wie die Strassen. Während des sehnsüchtigen Stöberns landete ich hier, und das sagt eigentlich schon mehr als tausend Worte.

Berlin, ich komme wieder!

9 Kommentare zu “Berlin und die Strassenkunst

  1. Ah, geile Seite. Da kommen die Details, die ich selber im postfusionistischen Nebel kaum gesehen hab. Danke bestens liebes mariechen.

  2. Ich werde nie verstehen, warum man in Zürich Berlin so liebt, zugleich aber Deutschland und insbesondere die Deutschen aus voller Seele hasst – und sie das bei jeder sich bietenden Gelegenheit auch spüren lässt …

  3. Nun ja, das ist nun schon ein bisschen gar verallgemeinernd. Ich beispielsweise gehöre nicht zu deiner erwähnten Hasser-Gruppe. Und von mir gibt es noch ein paar Kandidaten. 😉
    Ich bin mir bewusst, dass die Deutschen es manchmal schwer haben mit den Menschen, die Angst davor haben, ihren Platz zu verlieren, nichts desto trotz sollte man nicht alle armen Zürcherlis in einen Topf werfen. Ich wünsch Dir auch ein paar gute Erfahrungen und einen schönen Abend.

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