Streetparade – ertränkt und abgefüllt

Nein, das wird nun keine Abhandlung über die Vor- und Nachteile der Strassenparade. Auch nicht darüber, ob es nun lohnenswert wäre, sie Stadtseitig zu finanzieren oder sie mit Pauken,Trompeten und Drum-Maschine untergehen zu lassen. Es stellt sich hier nicht die Frage, ob diese Stulpen aus Fell und anderen hübschen Materialien nun endlich gemeinsam mit den Netzstrümpfen aussterben sollten. Die Kreativität war auch dieses genau so ausgeprägt wie der schlechte Geschmack, und es ging ja nie darum, an der Strassenparade wie ein hochbezahltes Model auszusehen, wohl eher wie unbezahlte Künstler. Aufgefallen sind weder die Hobby-Kostüm-Künstler, noch die polytoxischen Zeitgenossen, sondern die Mitmenschen, die den Bierständen und zahlreichen Bars zum Opfer fielen. Nun ja, eigentlich war die Opfer/Täter-Verteilung doch eher umgekehrt. Dem Alkohol entwachsen die ungewöhnlichsten Blüten, manche Menschen schlagen wild um sich und liegen dann sabbernd darnieder, andere werden urplötzlich zu Goliath und wollen all die kleinen Davidchen verprügeln. Noch andere – und das ist erschütternd – haben nun ein Menschenleben auf dem Gewissen.

Die Erkenntnisse sind so banal, wie sie sich auch jedes Jahr wiederholen: Das Motto der Parade- immer auffindbar im Bereich von Sonne, Liebe, Würde, Respekt und Toleranz – überlebt wohl nur noch in wenigen Leuten und als leuchtende Schrift auf dem offiziellen Programmheftchen. Die gute Kehrseite der Medaille war , und das darf man hier nun nicht einfach unter den Tisch fallen lassen, dass man selbst einfach nur stundenlang, mit einem breiten Grinsen und lieben Freunden vor sich hin tanzen konnte. Und wenigstens selbst noch wusste, warum man sich denn nun ins Getümmel stürzte.

Fazit: In den Herzen spielt die Musik

Ein Kommentar zu “Streetparade – ertränkt und abgefüllt

  1. Hm… irgendwie bin ich wohl aus der Streetparade rausgewachsen. Weiss schon gar nicht mehr wann ich das letzte Mal dort gewesen bin. Obwohl das wohl nix mit dem Alter zu tun hat sondern eher das ich ein Softie bin was bpms angeht

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