Stille Orte – Grosse Veränderungen

Sicherlich gibt es erquickendere Themen, als das stille Örtchen. Trotzdem muss erwähnt werden, dass sich die Innenarchitekten auch da sehr kreativ geben können, wenn sie denn wollen. Eine der grossartigsten Erfindungen ist sicherlich das Unisex-Klo. Man erinnere sich: Ally Mc Beal, geheime Gespräche, die garantiert von der betreffenden Person belauscht wurden, die Spül-Fernbedienung, lauschiges, gemeinsames Händewaschen?

Nun, aufgrund äusserer Umstände kommen neuerdings gewisse Personen in den Genuss eines solch emanzipierten Ortes. Wer sich nun denkt, dass das in irgend einer Weise aufregend oder lustig sein soll, der sollte einmal mit eigenen Augen sehen, was passiert, wenn Weiblein und Männlein da zufälligerweise aufeinander treffen. Verschämt zu Boden guckend waschen sie sich hurtig die Hände und versuchen den Drang, ihre Frisuren oder Ähnliches vor dem Spiegel zu korrigieren, zu unterdrücken. Man weiss ja auch gar nicht, wie man da kommunizieren soll, da nun der übliche Tratsch verboten ist. Was soll man schon sagen? „Na, auch mal ne kleine Pause eingelegt, höhöhö“ ist sicherlich schonmal nicht sehr angebracht. Ist ja irgendwie verständlich, dass man sich ein wenig unbehaglich fühlt, schliesslich ist das der Ort des Geschehens, wenn es um die kleinen Tricks im Alltag geht. Der Ort des neusten Klatsches und der Kosmetik, des Privatlebens. Man will doch nur ungern zugeben, dass man den ganzen Tag bloss immer nur so frisch aussieht, weil man sich beispielsweise alle zwei Stunden die Zähne putzt, Yoga übt oder jedesmal die Haare zurecht macht. Das sind die kleinen Geheimnisse des alltäglichen Lebens, die nicht einfach so, bloss weil einem das Zusammenleben so aufgezwungen wurde, aufgedeckt werden dürfen, ansonsten werden wir zwar nobel, aber vollends abgeklärt und vielleicht sogar geschockt zu Grunde gehen.

An diesem leicht peinlichen Beispiel sehen wir, dass dieses System des stillen Ortes vielleicht im Fernsehen zum Schenkelklopfer wird, im realen und vor allem schweizerischen Umfeld müsste man da etwas behutsamer vorgehen und die Menschen seelisch darauf vorbereiten, zum Beispiel mit Rollenspielen oder ein paar Beispielen von angebrachten Gesprächsthemen, die man in einer solchen Umgebung anschneiden könnte. Klar, es muss vorwärts gehen im Leben, es gibt einige Horizonte zu erweitern. Hier jedoch dürfte ausnahmsweise mal alles beim alten bleiben.

Fazit: Das Leben ist spannend genug. 😉

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