Unsere Ämter und ihre Öffnungszeiten

Ihr Kreisbüro ist von Montag – Freitag 08.00 – 11.30 und 13.30 – 16.30 sowie zusätzlich am Donnerstagabend bis 18.30 geöffnet. Ausnahme Kreisbüro 1.“

Und jetzt meine Version:

Ihr Kreisbüro ist exakt zu ihren eigenen Bürozeiten (nein, sogar noch weniger), nämlich von Montag – Freitag 08.00 – 11.30 und 13.30 – 16.30 sowie zusätzlich am Donnerstagabend bis 18.30 geöffnet, damit sie auch ja jeden Gang zum Amt Ihrem Chef mitteilen müssen, da es ihnen nicht mal möglich ist, kurz vor, oder während des Mittags, hinzugehen. Ausnahme Kreisbüro 1. Das gibt es gar nicht. Das merkt jedoch niemand, da sich keiner im Kreisbüro 1 anmeldet, aufgrund der lächerlich hohen Mieten „

Ich weiss auch nicht. Da hat man eine Woche Zeit, sich an- und abzumelden. Kriegt fleissig Post und Bussen, wenn man dies nicht tut – aber hingehen kann man nur, wenn man den Tag total umkrempelt. Wer das erfunden hat, arbeitet selbst nicht.

Endlich mal was Sinnvolles…

..das unser Herzchen erfreut, und das sicher nicht nur die Weibchen unter uns. Schon ganz und gar an den Anblick von zertrümmerten Gebrauchsgegenständen wie Telefonkabinen, Mülltonnen und wahlweise Selecta-Automaten oder deren kleine Billet-Schwester gewöhnt, wirkt der Anblick von mannshohen Malven wie Honig für die Seele der Züritierchen. Gut, bestimmt gibt es ein, zwei Ehrenbürger, die das bestimmt eine „Frechheit und Unverschämtheit“ fanden, dass da ein Unhold im Auftrag ewiger Glückseligkeit Malvensamen streute.

Ich für meinen Teil möchte mich hiermit in aller Form bei unserem Blumenterroristen bedanken. Dafür, dass man seit Tagen schon staunen und fantasieren durfte. Dass einen die Riesenblumen so ganz leise an vergangene und verpasste Zeiten erinnern, und einen Hauch eigentlich unerlebten Freigeist verströmen. Hoffen wir, dass Malven auch heisse Tage überstehen, es wäre uns eine Freude.

Fazit: Der Sommer ist da.

Edit: Wegen grosser Nachfrage hier mein wunderbares Handybild dazu:

Malven

Wahnsinnig clever

Es muss die Hölle sein für die Musikstudentin, die ihre Violine im Zug liegengelassen hat, in einem Moment geistiger Abwesenheit. Klar, wir alle haben schon in solch schwachen Sekunden mal einen Pulli oder ein Pack Zigaretten (gut, heutzutage ja nicht mehr) oder sogar ganze Handtaschen (räusper) unserer Nachwelt hinterlassen. Ich kann also gewisses Schulternzucken völlig verstehen. Nun, man soll sich jetzt aber mal vorstellen, man vergesse seinen Porsche im Zug. Das wäre ja der helle Wahnsinn, weil der ebenso wahnsinnig teuer ist. Wer diesen eigenartigen Gedankengang nicht ganz nachvollziehen kann, dem habe ich eine Erklärung parat, diese Violine kosten nämlich gemäss Suchaufruf im Radio Energy genau so viel wie das potenzsteigernde Objekt. Es ist völlig nachvollziehbar, dass besagte Studentin alles daran setzt, ihr Instrument wieder zu finden, weniger verständlich findet man allerdings, dass der hohe Wert dabei immer wieder so betont wurde. Die Möglichkeit, Hand auf unsere Herzen, dass die Violine ausgerechnet bei einem ehrlichen und gewissenhaften Menschen landete, ist nicht naturgemäss gegeben. Es besteht vielmehr die Chance, dass der Finder just in dem Moment seine Meinung über seine moralischen Vorstelllungen änderte, in dem er bemerkte, dass das Instrument ihm zu Luxusferien und/oder einer schöneren Wohnung verhelfen könnte. Das ist fies und misstrauisch? Nein, das ist das Bauchgefühl, das beim Hören dieser Durchsage entstand. Und man hatte eine schleichende Vorahnung, dass es der Suchenden wohl gleich erging, als sie hoffnungsvoll die Nachrichten hörte. Man konnte nämlich beinahe das Auftreffen ihrer Hand auf ihrer Stirn hören.

Schlussendlich bleibt nur zu hoffen, dass die Geschichte noch eine gute Wendung nimmt, und des Finders Herz schlussendlich genug erweicht wurde. Oder die Geige ganz einfach in Bern im Fundbüro landete. Das gibt es nämlich auch.

Fazit: Vertrauen ist gut, auslassen von Tatsachen manchmal besser

Böse Fussballfans, ab in die Manege!

Nachdem mir gestern, Ostermontag, um ungefähr 14.40 Uhr ungefähr hundert volltrunkene sogenannte Fussballfans mich im Bus mit ihrer bierfahne und ihrem leicht aufdringlich aggressiven Unterton beglückten und in meinem Innern so etwas wie eine Sinnkrise auslösten, wusste ich, ich muss mir mal Gedanken zu diesem von mir nicht so priorisierten Thema machen.

Es gibt zwei Sorten von Fussballfans. Solche, die tatsächlich wegen des Spiels ins Stadion fahren und wissen, was FCZ (FCB, YB undsoweiter) ausgesprochen bedeutet. Die kriegen wahrscheinlich die zehn verquetschten Plätze ganz am Rande der Fankurve, damit sie nicht negativ auffallen. Der Rest des Stadions füllt sich mit der zweiten Sorte der Gattung Fussballfans. Die, die sich schon vor dem Spiel ein paar Tell-Bierchen reinschütten müssen, damit sie sich nachher nicht vor Angst in die Hose machen, wenn die eigentliche Action losgeht, nämlich das Hauen der gegnerischen Fans.

Eigentlich gäbe es die Patentlösung für diese problematischen Konstellation: Eine separate Veranstaltung für die Prügelknaben! Ein Stadion, nur für sie reserviert. In der Aufwärmphase gäbe es Bier aus Schläuchen statt des rücksalzenden Sportgetränks. Das wäre dann Pflicht und keiner dürfte auf das Feld ohne mindestens 2 Promille im Blut betreten. Und dann dürften sie sich auf dem Rasen tummeln wie früher die Gladiatoren und sich von mir aus verkloppen. Das wäre doch wunderbar! Dann hätten die sportlichen unter den Fans endlich wieder Ruhe und könnten ohne Ängste Fussballliedchen trällern (oder kreischen) und die anderen müssten nicht erst das mühsame Spiel abwarten, bevor der eigentliche Spass losgeht. Selbstverständlich bestünden die Zuschauerränge dann aus Polizisten, die ebenfalls ungestört mit ihren Tränengaspistolen spielen könnten.

Fazit: Nicht überall wo Fussball draufsteht, ist auch Sportlichkeit drin.

Fazit2: Bier am Mittag reingehauen, lässt einen ganz schön blöd ausschauen.

EDIT: Leider hat sich aufgrund Stress offenbar (danke noo!) der eine oder andere peinliche Fehlerteufel eingeschlichen, hoffe jedoch, dass sich trotzdem irgend jemand amüsiert hat. 😉

Zoorich leben wir schon lange!

Wir jüngeren Schweizer rümpfen ja eher die Nase ob gepflegtem Patriotismus, ja, brechen sogar in unflätiges Gekicher aus, sollte mal jemand Unwissendes den Fehler begehen, sich mit einem Schweizerkreuz auf der Brust auf die Strasse zu begeben. Nichts desto trotz verspürt man durchaus eine Tendenz zum Lokal-Patriotismus. Natürlich war er schon immer da, bisher jedoch meist auf kantonaler Ebene, vor allem wenn es ums Autofahren, Fussballspielen oder die beste Wurst geht, da mutiert beinahe jeder hoch Alternative in sekundenschnelle zum patriotischen Erbsenzähler.

Seit des gewagten Zürcher Slogans für die Euro 08, „Wir leben Zürich“ nämlich, darf man behaupten, dass die Einwohner unseres Städchens, ansonsten eher auf nobles Understatement bedacht, plötzlich hoch motiviert sind, die Attraktivität und die Besonderheit der Limmatstadt hinaus zu schreien, in die grosse Welt. Zoorich wird plötzlich behandelt, als wäre es noch gar nicht erfunden worden. Mit diesem Trend schiessen urplötzlich neue und wahnsinnig innovative Clubs und Lounges aus dem Boden wie die Pilze im Herbst, man stolpert im eigenen Treppenhaus unvorbereitet über Stapel von Magazinen die den Geist Zürichs unterstreichen sollen. Sehr gut im Timing lag auch die Eröffnung des Konsumtempels Sihlcity. Der gelangweilteste Stadtzürcher wird sich nun immer mehr aufgefordert fühlen, als Tourist die Jugendstilhäuser im Enge-Quartier neu zu entdecken (genau, dort, wo die Anwaltskanzleien und Banken wohnen). Man darf nun offiziell ins Brocki gehen, um sich alte Latschen zu kaufen, und bekommt sogar den schnellsten Weg dahin beschrieben, es ist nun erlaubt, nein fast Pflicht, mit ausgebreiteter Züri-Guide-Karte vor der Nase um Hausecken zu ziehen, damit wir noch stolzer werden, auf jeden Winkel des Städtchens. Alles schön und gut, aber es beschleicht einen doch manchmal das Gefühl eines inneren Zwangs. Vorher schon vernarrt in Zürich, schluckt man plötzlich leer, sich fragend, ob denn das eigene Interesse auch ausreichend ist, um sich als Zürcher zu qualifizieren. Wenn man jedoch genauer hinschaut, wirkt vieles übereilig hingepfeffert und doch nicht selbstbewusst genug, man muss grösser werden, breiter, höher, das schnell, aber doch unauffällig, ansonsten könnte man noch den Eindruck gewinnen, man hätte die Stadt vorhin nicht zeigen wollen. Es erinnert irgendwie an einen Schüler, der heftigst mit den Fingern schnippt, weil er vorher lautstark behauptet hat, er würde die Meinung sagen und dann bloss errötet, wenn alle Augen gespannt auf ihn gerichtet sind.

Trotz der schnellen und auch angenehmen Entwicklungen sollte nicht einfach vergessen werden, dass man heute schon ganz gut die Kehle mit Drinks benetzen kann,das Tanzbein schwingen, oder der Lieblingsbeschäftigung, dem „Käfelen“ nachgehen (ausser am Sonntag, da läuft gar nix), dass man sich eigentlich nicht so dermassen beeilen müsste, exibitionistisch kosmopolitisch zu werden. Schon heute, wenn man sich so im multikantonalen und -kulturellen Freundeskreis umhört, würden die meisten echte Stadtzürcher werden wollen, wenn sie sich einbürgern lassen würden. Schon heute strömen Massen von jungen Menschen in die Stadt, um ihr Geld in urbane und klassische Kultur zu investieren, zu trinken, zu lungern, zu gucken. Oder bleiben sogar für immer. Selbst kein grosser Fan von National- oder sonstigem zu grossem Stolz rate ich zur Entspannung. Wir dürfen uns zurücklehnen, ein Sprint dazu schlürfen und auch mal Trends an uns vorbeiziehen lassen, uns amüsieren ob der Bravheit einiger Kampagnen, des zurückhaltenden Bluffs. Und es vielleicht irgendwann mal mitverändern, das Weltstädtchen. Denn wir leben Zürich schon lange.

Beloved Stapi

Also, ich weiss ja nicht, wie es euch geht. Vielleicht wird hier nun auch dem einen oder anderen Freund auf den Schlips gestanden.

Ich finde unser Stapi macht seine Arbeit extrem effektiv und gut. Er ist so bescheiden und achtet sich sehr auf Kommunikation und das richtige Timing. Heutzutage muss man halt schon schauen wo man bleibt, da wird man ja wahrlich dazu gezwungen, ein Einzelkämpfer zu werden, und sich selbst möglichst subtil ins Rampenlicht zu befördern.
Auch weiss er, in welchen Momenten man sich besser in Schweigen hüllt, beispielsweise dann, wenn man kritisiert wird.

Ja, dies Verhalten lernt man schon mit zehn, die einen legen es ab, andere eben nicht.

Fazit: Schade, denn Sympathie wäre durchaus vorhanden gewesen. Vor allem für die Senkung der Steuern.