Back for good?

Meine Finger sind eingerostet. Ich meine fast, sie knarren zu hören, während ich diese Zeilen tippe – so lange habe ich mich nicht mehr meiner Liebglingsbeschäftigung gewidmet: dem Aneinanderreihen mehr oder weniger sinnvollen Buchstaben – und somit auch Wortfolgen. Das Gute ist ja, dass „Bloggen“ so dermassen unpopulär geworden ist, dass es schon fast wieder cool ist und man sich so schön austoben kann. Das tun Andere schliesslich auch für Geld. Zum Beispiel auf tagi.ch.

Da ich ja nie so richtig populär war, bin ich nur älter geworden (Teenies schauen mich schon mitleidig an, imfall!). Geneigte Leser werden ebenfalls merken, dass ich nicht mehr ganz so oft in die dunklen Partykeller absteige und plötzlich so Bedürfnisse verspüre wie über das Leben zu philosophieren und früh ins Bett zu gehen. Ich mache mir jetzt mehr Sorgen, vor lauter Kater meinen Tag zu verpassen, als – wie früher – vor lauter Schlafen die nächste Fete.

Das heisst aber nicht, dass ich nix mehr zu sagen habe. Es ist vielleicht anders. Gescheiter? Nun ja, man soll sich ja nun nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, wie meine Grossmutter schon sagte. Das Mariechen ist stiller. Doch es ist immer noch da.

In diesem Sinne: Stay tuned. 😉

Das Bedürfnis nach Wärme oder woran man Ferienreife erkennt

  1. Wenn man sich den Schal am heimischen Gasherd  anzündet und dies erst bemerkt, wenn das Feuer versucht, die teure Jeans anzugreifen.
  2. Wenn man es schafft, immer wieder die gleiche Seite des zu lesenden Buches aufzuschlagen und zu denken“hey, das klingt ja mal spannend“
  3. ..paralysiert wiederholt auf dem Home-Link von Facebook herumklickt und nicht merkt, dass sich schon seit Stunden gar nichts mehr tut.
  4. ..man das Duftlämpchen hervorholt und damit einfach nur Wasser kocht.
  5. …man total überflüssige Sachen ins Internetz postet.

In diesem Sinne: rohe Fresstage! 😀

Naturgesetze

Glück im Spiel, Pech in der Liebe. Erfolg im Job, kein Privatleben. Guter Job, subobtimale Abstimmung mit Mitarbeitern. Liebe Mitarbeiter, seltsamer Job. Viel Geld, keine Freunde. Arme Maus, gute Freunde. Hübscher Mensch, treulose Tomate. Hässliches Entlein, ein grossartiger Charakter.

Ich glaube langsam tatsächlich, dass wir alle wahnsinnig würden, hätten wir nicht ständig die Kehrseiten des Guten im Nacken. Oder werden wir so oder so wahnsinnig? Man weiss es nicht genau. 😉

Und weg bin ich. (Und ja, dieser Text ist verschlüsselt, aber macht ja nix, da kann man schön reininterpretieren)

Die nackte Wahrheit

Polterabend – einige zucken schon beim Vernehmen dieses Wortes ängstlich oder auch peinlich berührt zusammen. Andere verdrehen nicht wenig genervt die Augen, oder geben gleich feuchtfröhliche und nicht minder peinliche Geschichten über dieses Ereignis zum Besten – Früher oder später endet die Thematik beim Unvermeidlichen: den Stripperinnen. (Wer sich jetzt schon über das triviale Thema aufregt, sollte sich lieber wieder in seine NZZ vertiefen und sich kreative Vorschläge zur Erweiterung der eigenen kulturellen Bildung zu Gemüte führen. Denn hier geht es ums Eingemachte.)

Als weibliches Wesen würde man ja schon annehmen, dass es die meisten Männer entzückt, wenn sich so eine Dame mit gekonnten und grazilen Handgriffen die wenigen Nylonfäden zu motivierender Musik vom Körper streift. Weit gefehlt – Hört man sich im engeren Freundeskreis um (man ist ja nicht verklemmt), so muss man mit Schrecken feststellen, dass sich die Gesichter der Herren ängstlich verziehen und sie das Ereignis des Beobachtens einer nackerten, fremden Frau eigentlich nur beschämend, peinlich oder sehr unangenehm finden. Die Dame sei ja IRGEND eine, und schliesslich hätten sie ja nicht zum ersten Mal einen Frauenkörper aus der Nähe gesehen (ja, das wollen wir doch hoffen!). Einleuchtend werden diese Aussagen erst, wenn man sich einmal, zum Beispiel bei Tante Wikipedia, in die Geschichte des Striptease einliest: diese reicht einige Jährchen zurück, in eine Zeit (ungefähr Mitte 19. Jahrhundert, einige reden sogar noch von der Antike), in der es wirklich unerhört war, wenn Frau sich bloss in blickdichten Strümpfen zeigte. Weil dies jedoch schnell Anklang fand, was nicht verwundert, trauten sich sogar einige Damen, in schwarzen Nylons den Cancan zu tanzen. (Ihr wisst schon, Rüschenröcke hin- und herschwingend) Diese Aktionen wurden mit Geldstrafen und Verfolgung belegt. Ja, kein Wunder war das damals interessant! Mann sah ja damals auch wirklich gaaar nichts, höchstens seine eigene Frau, und das auch erst nach jahrelanger Wartezeit! Der Reiz des Verbotenen und Verborgenen siegte in dieser Zeit auf der ganzen Linie.

Aber heute? Heute sieht man den ersten Strip ja schon morgens in der (pfui) Tram, wenn man die Zeitung aufschlägt (Nein, nicht im Blick, ich spreche hier von ganz simpler Unterwäschewerbung). In gängigen Fernsehprogrammen werden einem so viele Hinterteile und Oberweiten präsentiert, dass Mann offenbar nur noch müde abwinkt, wenn eine Stripperin auf dem Programm steht. Aber da muss auch noch etwas anderes im Spiel sein. Wie oft sah man im Fernehen schon diese beklemmende Situation, in der ein Mann hochroten Gesichtes, umringt von noch zehn anderen nicht minder roten, schweissglänzenden Köpfen, sich auf einem Stuhl die Extremitäten einer Stripperin gefährlich nahe zu Leibe rücken lässt (lassen muss?) ? Wie froh war man jedesmal darüber, der betroffene Mann wahrscheinlich auch, wenn die Show dann endlich vorbei war? Kein Alkohol auf dieser Welt scheint das Leiden zu dämmen, das Mann empfindet, wenn mit von so viel überwältigender, nackter Wahrheit konfrontiert wird. Einige brechen in fast verzweifeltes Gejohle aus oder klatschen wie wild, weil sie wahrscheinlich nicht wissen, was sie sonst tun sollen! Was sind das für Emotionen, die da zu Tage treten?

Es lässt sich doch auf einen Nenner bringen: Es ist allen einfach nur peinlich. Niemand ist gerne so ausgestellt. Doch die Frage, warum dann eigentlich immer wieder eine Stripeinlage zum Polterabend gebucht wird, ist damit nach wie vor noch nicht geklärt. Will man den zu Verheiratenden damit quälen? Macht man das einfach aus purer Unkreativität? Lieben so viele Leute einfach das Fremdschämen und die Schadenfreude, oder ist da nicht doch noch ein kleines Restchen Reiz dabei? Es macht einfach keinen Sinn, dass die meisten Männer den Striptease nicht erquickend finden, das Geschäft auf diesem Gebiet aber nach wie vor einwandfrei läuft.

Dazu passt der Kommentar eines lieben Freundes: „Du kennst eben echte Männer. Die lieben es, wenn ihre Freundin strippt, alles andere kann ihnen gestohlen bleiben“ (Wortwahl etwas abgeschwächt 😉 )

Und weil diese Bemerkung eine wahnsinnig Beruhigende Wirkung hat, glaubt Frau doch gerne daran, nicht wahr?

Fazit in eigener Sache: Liebe Freundinnen, solltet ihr jemals auf die Idee kommen, mir einen langhaarigen Adonis (-Affen) in Leoparden-String zum Polterabend zu buchen, vergesst es. Soviel erträgt KEINE Freundschaft.

Les Jeux sont faits

Leider kommt hier nicht die erwartete Abhandlung über Sartre, liebe Freunde der Literatur. Schliesslich sind noch immer Sommerferien und das bedeutet für altbackene Schülerinnen in etwas das gleiche wie für deren jüngeren Vertreter. Es wird nichts gemacht, was die grauen Zellen in einem Übermasse anstrengt. Hier geht es um etwas ganz anderes: letzte Arbeitstage. Meist sind es gute Tage, deren Vorabende oft feuchtfröhlich in irgend einer der vielen Freiluftbars (oder wahlweise Stickluft im Winter) viel zu spät enden, an denen man schliesslich die Zielgerade entspannt und leicht debil bezwingen kann. Es gibt meist auch noch viel zu tun, haben sich doch in ein paar Jährchen Büro so einige Dinge angesammelt. Tupperware in der geschäftsinternen „Küche“, zumindest war es mal eine, Fellstiefel im Korpus, die man von Vorteil im Hochsommer nach Hause schafft (oder einfach auf die Strasse stellt), verfängliche Privatsachen löschen und weinerliche Verabschiedungsmails verschicken. Und ganz wichtig: Alle zwei Minuten auf Facebook auf „Home“ klicken. Man weiss ja nie! Auch schön ist das Anreissen eines neuen und irrsinnig kreativen Projektes, dessen Tasks man dann in der letzten halben Stunde in einem Excel-Sheet an ein paar arme Mitarbeiter verschickt und gleich an sie delegiert. Schliesslich ist man ja bald weg. Hat man schlussendlich schweissgebadet ob des ganzen Endspurtes den ersehnten Feierabend erreicht, stiehlt man sich mit einem ausgewählten Kreis von Schon-fast-Ex-Mitarbeitern aus dem Büro, um ganz viel Bier gegen den Trennungschmerz zu konsumieren. Das Leben ist schön!

Fazit: So lasset uns trinken auf all das Neue und vergangene Alte!

blog.noonee.net, new and improved!

Mein Herzchen hüpft! Der lieblichste Blog, seit es diese gibt (und diesen gibt es eigentlich schon sehr sehr lange), ist wieder aus seinem Dornröschenschlaf erwacht! Freut euch auf frische Berichterstattungen und wundervolle Aus- und neue Durchblicke. Wir sind gespannt, Mariechen und ich. 😉