Zürcher Regenreigen

Die Tropfen trommeln den Takt zum Einläuten des jungen Tages, die grauen Böden glänzen vom Auffangen des Regens wie Silber, das sich seine Form verändern kann und Ringe zaubert. Die Scheiben beschlagen – nur undeutlich erblickt man ein vorbeiziehendes farbiges Ballet von Regenschirmen, sich drehend, improvisiert und doch perfekt in der Choreographie, es wird sich auflösen, und später wieder neu zusammfügen. Es ist still, alle sind noch müde und lauschen andächtig dem Rauschen des Windes und dem leisen Donnern der Tramgeleise, niemand bemerkt, wie sich die Sihl zum reissenden Fluss entwickelt und die Bäume sich im Regen wiegen, mit ihrem satten Grün den einzigen Farbfleck im grauen Asphalt Zürich bildend. Man sehnt sich nach drinnen, und das einzige, das an den Sommer erinnert, ist der Geruch von warmen Strassen und der Anblick von vereinzelten, braungebrannten Mitmenschen, und Damen, die auf Zehenspitzen durch Pfützen waten, weil sie sich nicht von ihren Schühchen trennen wollten.

Zwar kann man sich darüber beschweren, nicht draussen sein zu können, heute Abend. Tief im Innersten ist es doch auch angenehm, sich mal zu verkriechen, ohne ein schmerzendes Gewissen, oder mit dem nagenden Gedanken, was zu verpassen. Die Sonne wird bald wieder erstrahlen und der Regen ist vergessen…

Die Menschen – zum heulen unterschiedlich

(Folgende Aussagen beziehen sich nicht auf allfällige Mitarbeiterinnen)

Es gibt einen normalen Redefluss, während dessen in kürzeren und relativ regelmässigen Abständen Sauerstoff aufgenommen wird. Es gibt allerding die etwas anderen Exemplare von Erdlingen, die entweder eine Riesenlunge besitzen, oder die schon aufgenomme Luft einiges besser verwerten können als Otto-Normal-Atmer. Unser Testexemplar in diesem Falle schafft es, ungefähr eine Viertelstunde lang sämtliche heraussprudelnden Worte aneinander zu reihen, ohne allfällige Denk- und Satzzeichenpausen zu beachten, Fussnoten und Klammertext einzubauen und immer noch die richtigen Intonationsregeln zu befolgen.

Eine zu ausgeprägte Empathie von unfreiwilligen Zuhörern gegenüber dieser oftmals weiblichen Quasselstrippe kann dazu führen, dass diese anfangen, den Sauerstoff für stellvertretend für sie aufnehmen zu wollen und somit hochgradig aus dem eigenem Rhythmus fallen und nicht selten unter schlimmen Asthmaanfällen zu leiden beginnen.

Das Verfassen von solchen Texten ist beispielsweise ein Folgeschaden von zuwenig Sauerstoff, zuviel (Saure-Gurken-)Zeit, und massenweise Vorfreude auf Bier, Musik und Spiegelzelt.

In diesem Sinne: Ein genussvolles und wunderbar sonniges Wochenende.

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Blog in neuem Kleid

Manchmal braucht es Tapetenwechsel. Ich hoffe inbrünstig, dass nun niemand einen Kulturschock erleidet und die geneigte Leserschaft noch immer vorbeischaut.

Alles neu und voller Lust – macht der..nun ja.. August. 😉

Von männlichen Schaumschlägern und dem kleinen Unterschied

Frau trifft auf Mann, sie ist fasziniert von ihm, er auch von ihr. Irgendwann einmal kommt zwangsläufig die klassische Einladung zum Abendessen in des Mannes Haus. Vielleicht wird diese auch etwas ausgedehnter, was oftmals mit einschliesst, dass die Frau auch in den Genuss der Nasszelle des Gastgebers kommt, möchte man doch einen gepflegten Eindruck hinterlassen. Im besten Falle, so ergings mir zumindest in den letzten Jahren, trifft man auf eine ausreichende Auswahl von zwar herb-männlichen aber durchaus brauchbaren Duschmitteln und Shampoos. Im allerschlechtesten aller Fälle stellt man sich auf die Zehenspitzen, um das Territorium mit nur möglichst wenig Eigenhaut zu berühren, greift zur erlösenden Duschgelflasche, die leider bei näherer Betrachtung nicht bloss fast leer ist, sondern auch eine Shampooflasche, die schon seit längerem auf die eigentlich notwendige Ersetzung wartet. Was zu tun ist, wissen ja die meisten: Wasser rein, einmal gut schütteln, und raus das Zeug! Wenn einem bloss nicht die Schamröte ins Gesicht steigen würde, ob der bevorstehenden Erklärung, dass da mal eine Einkaufstour nötig wäre, und dem Gefühl, ganz und gar nicht sauber zu werden. Kommt doch nicht darauf an, könnte man sagen, ist doch alles bloss Seife und reinigt. Liebe Herren, und damit meine ich nun die, die den Unterschied zwischen Shampoo und Duschgel nicht kennen, die zwei Produkte wurden tatsächlich dazu entwickelt, auf die unterschiedlichen Regionen wie Haar und Körper zu wirken und nicht einfach als Schikane, um das so oder so schon überreizte Gehirn noch zum totalen Absturz zu bringen. Man geht doch nur zu gerne alle Einzelteile für sein Auto einkaufen, oder für den heimischen Computer, oder steht sich stundenlang im Plattenladen die Beine in den Bauch. Dann sollte es doch im Bereiche des Möglichen liegen, im Einkaufszentrum einfach zu dem Shampoo auch noch die kleine Schwester, das Duschgel zu gesellen. Das hat Vorteile auf der ganzen Linie, glänzendes Haar, babyweiche Haut und Damen des Herzens, die sich pudelwohl fühlen in euren Gemächern der Sauberkeit. Wenn der Unterschied wirklich nicht vorhanden wäre, dann hätte man gerade so gut bei der guten, alten Kernseife und dem grossen Spritzer Kölnisch Wasser bleiben können.

Vielleicht klingt da teilweise noch die alte Schule nach, wonach es unmännlich sein soll, sich zu pflegen. Wo rauhe Stellen als DAS Accessoire des arbeitenden Mannes galt. Man vergisst allerdings, dass wir schon einen enormen Schritt getan haben, seit der Zeit der Perücken und des Puders, warum also nicht gleich den Weg zu Ende gehen?

Fazit: Eure Epidermis wird euch dankbar sein.

Tagi-Magi, wo bist du hin?

Hat ein Schurke es einfach aus dem Briefkasten entwendet, und somit einer unschuldigen Einwohnerin Zürichs den Samstagsbrunch verdorben? Hat es Sommerpause, oder hat gar ein Fehler in der Druckerei das Ausspucken der Seiten verhindert?  Fragen über Fragen, die wohl so schnell nicht beantwortet werden. Wenigstens wurde es von der Seele geredet.

Ein schönes Wochende! 😉

Mit Pauken, Vorschlaghammer und Trompeten

Da sich mein Arbeitsort offensichtlich in einem äusserst florierenden Quartier der schönsten Stadt der Schweiz befindet, wurde jüngst neben unserem geliebten Raucherplatz ein Baugerüst im grossen Stil aufgezogen, um weitere Büros für junge Kreativköpfe herzurichten. Wo ein Baugerüst steht, dürfen natürlich auch die dazugehörigen Bauarbeiter nicht fehlen. Nichts gegen diesen Beruf, es ist wohl allen bewusst, dass hier harte Arbeit verrichtet wird, bei fast jedem Gammelwetter, welches die Natur so aufzubieten hat. So weit, so gut. Trotzdem drängt sich immer wieder die Frage auf, ob im jeweiligen Jobprofil nebst der erforderlichen körperlichen Fitness auch ein gewisses Verhalten gegenüber des weiblichen Geschlechts verlangt wird. Der Kreativität der Ausrufe und Pfeifmelodien sind nämlich keine Grenzen gesetzt. Vielleicht wird den Bau-Neulingen aber auch in der Einführung erstmal beigebracht, wie man richtig grunzt, Affengeräusche generiert und mit den Stimmlagen spielt. Das Prachtexemplar, das sich schon seit Beginn der Arbeiten in unserer Nachbarschaft um die Weiblichkeit bemüht, hat beispielsweise die Eigenschaft, seine Begrüssung jedesmal in einer katzenartig miauenden Stimme zum Besten zu geben. Nach ein paar Tagen erfolgreichen Ignorierens hat jeder mal genug und versucht, geistreich zu parieren. Der Erfolg solcher Aktionen ist allerdings äusserst zweifelhaft:

(Weibliches Zielobjekt betritt den Raucherplatz)

Bauarbeiter: „HOI!“ (hohe Katzenstimme)

Weibliches Zielobjekt: „…“ (zündet genervt die Kippe an und dreht sich weg)

Bauarbeiter: „HOOOI“ (immer noch hohe Katzenstimme)

Weibliches Zielobjekt: „Geht’s auch normal?!“

Bauarbeiter: „Das ist normal“ (immer noch hohe Katzenstimme)

Weibliches Zielobjekt: „Mein Beileid“ (dreht sich wieder weg)

Bauarbeiter: „Danke! Höhöhöhihihi“ (Immer noch hohe Katzenstimme, kombiniert mit Grunzgeräuschen)

Weibliches Zielobjekt: „…“ (löscht genervt die Kippe und wirft all ihre Hoffnungen auf Vernunft über Bord)

(Weibliches Zielobjekt verlässt den Raucherplatz)

Fazit: Ignorieren geht noch immer über studieren.

Einfach so, für mich..

Du bist nun in den Bergen, wo Du immer so gerne warst. Dort, wo der Wind so schön kühl weht und man Heidelbeeren findet. Wo die Wege romantisch sind und die Aussicht ursprünglich und unvergleichlich, dort, wo Du mir immer erzähltest, dass es Feen gibt (und ich habs Dir natürlich immer geglaubt, so klein wie ich war). In den Bächen und Bergseen, in den Wolken und Sonnenstrahlen. Ich weiss nicht, wo Du genau bist. Aber ich wünsche Dir diesen Ort.

Gonna miss you.

(dieser Eintrag verlangt weder Kommentare, noch wird hier Mitleid geheischt, es musste einfach so auf „Papier“ )

Getting older. ;)

Heute Morgen in der Apotheke kriegte ich beim Kauf einer Sonnencreme eine Version „für die reife Haut“ empfohlen, und das von einer sehr netten und sehr jungen Dame. Der Zerfall hat offiziell begonnen.  😀

This morning I bought a new bottle of sunscreen and a very nice and awfully young drugstore lady suggested me the version for „dry and mature skin“. My deterioration must have started officially. 😀

Frohes Eiersuchen!

Endlich haben wir es geschafft. Während ungefähr zwei Monaten (oder war es doch gleich nach der Weihnachtsdekoration?) versuchten wir, den bonbonfarbenen Dekos in den Schaufenstern so wenig Beachtung wie möglich zu schenken, schlugen Haken um überdimensionale Schokoverpackungen und bedrohlich aussehenden Monsterhasen, oder  zappten durch die Fernsehkanäle, bloss, um nicht schon wieder an das Fest der zusammengeschmolzenen Schokofiguren, mit teilweise völlig verantwortungslosen Gesichtsausdrücken,  zu denken. Den eigentlichen Sinn und die Geschichte von Ostern haben wir ja beinahe alle vergessen, oder gar nie richtig gekannt (und da bin ich keine Ausnahme, ehrlichgesagt), aufgrund dieser alljährlichen Konsumberieselung. Natürlich ist das Fest schön für die Kinderchen (bevor da Aufschreie von meiner Leserschaft reinschneien) ihnen wird das ja auch gegönnt, man erinnert sich ja selbst gerne daran, was für ein Highlight beispielsweise ein Osternestchen im Backofen für uns darstellte.

Aber gut, man darf am Gründonnerstag um sechzehn Uhr nach Hause (ausser ein paar ganz Armen, deren Namen ich nun nicht erwähne) und der nächste Arbeitstag liegt verhältnismässig weit weg. Dazwischen hat man genug Zeit, um nach Eiern zu fahnden, Osterfestchen zu feiern, gemeinsam mit Millionen von anderen Mutigen gen Süden zu schleichen oder ganz einfach zu schlafen.

Was auch immer Ihr tut, ich wünsche euch viel Spass dabei! 😉

P.S.: Für alle, die schon immer mal wissen wollten, was Ostern denn überhaupt ist, bitte einmal hier klicken oder wahlweise auch hier