Mir fehlen die Worte

Liebe (schon ehemalige?) Leserinnen und Leser,

Bitte entschuldigt meine erdrückende Stille. Es ist nicht so, dass mir die Worte fehlten, im Gegenteil, es gäb wahnsinnig viel zu erzählen. Auch fehlt es nicht an ironisch gefärbten Anekdoten. Es ist nur so, dass ich meine Ergüsse auf die Nachtstunden verschieben müsste, da sonst keine Zeit vorhanden wäre, hier etwas zu hinterlassen. Nur sähen dann meine Beiträge traurig und verwirrt aus, da ich dann schon halb träumte, und das will ja niemand, nicht wahr?

 

Nun ja, vielleicht findet sich ja im Sommer (!!) einmal eine Zeit der Musse, in der ich dann meine so aufregenden Memoiren hinterlasse. Bis dahin eine warme und sonnige Zeit!

Das noch immer nicht leiser gewordene Mariechen 😉

Über gewisse Männer und offene Bücher

Gewisse Herren der Schöpfung (und ja, es gibt Gott sei Dank ganz andere Beispiele) haben noch nicht herausgefunden, dass man in offenen Büchern lesen kann. Insbesondere wenn die Schriftgrösse des Textes schätzungsweise 24 Punkt beträgt, er auch noch fettgedruckt und rot ist und uns ins Gesicht schreit: Ich will dich ins Bett kriegen! Bitte. BITTE! (Die Explicit-Version kann man persönlich bei mir anfragen, aber es hat auch Kinder im Web, die man nicht verderben will, nicht wahr?). Faszinierend an diesen Büchern, äh Männern, ist ja, dass sie es auf unglaublich ausgeklügelte Weise schaffen, einen aus dem Lager der Vergangenheit wieder auszugraben. Einige haben wahrscheinlich ein schlaues Büchlein, in dem sämtliche Koordinaten der Frauen enthalten sind, womit man sie ganz leicht und jederzeit wieder aufspüren kann und wenn man eine Suchanzeige dafür aufgeben muss. Andere benutzen Google oder Klassenfreunde. Welchen Weg sie auch immer einschlagen, das Resultat ist jedesmal unbezahlbar witzig und ähnelt sich im Inhalt. Grundsätzlich geht es meist darum, dass sie wirklich unglaublich fest an uns denken mussten (eigenartig, und das nach so langer Zeit?) und gerne wissen möchten, was wir denn heute so machen würden und wie es uns ginge (seltsam, das hat uns doch früher auch nicht interessiert). Den Todesstoss der Unterhaltung gibt Frau dann just in dem Moment, wo sie entweder zu viel über sich selbst schreibt, oder ganz erfreut erwähnt, dass sie einen Freund habe.

Was lernen wir daraus? Nun ja, wir Frauen kochen gerne und essen frisch, gewisse Männer wärmen lieber die alte Suppe wieder auf. Bloss dass die offenen Männer-Bücher das ein wenig ehrlicher tun könnten, die Antwort wäre wahrscheinlich die selbe. 😉

Oh, du wundervolle Zeit

Wo bist du nur hin? Du goldige, hübsche Zeit, die du mir das Schreiben von enorm wichtigen Texten ermöglicht hattest. Nun, eigentlich weiss ich ja, wohin du dich begeben hast. In meine hübschen Bücher,die orangen, grünen und auch violetten. Gemütlich gemacht hast du es dir dort, und doch bist du immer knapp dran. Auch die wohlbekannten Skandale blieben aus, wegen deines Umzugs. Gut, zwischendurch liess ich schon wieder die Puppen tanzen. Aber auch das hatte ich nie für die Nachwelt festhalten können.

Hiermit kann ich hochoffiziell mitteilen, dass mein armes, kleines Blog wahrscheinlich schweigen wird, die nächste Zeit. Aber ich komme wieder! Und das mit perfektionierter Grammatik (hoffentlich!) !

Stille Orte – Grosse Veränderungen

Sicherlich gibt es erquickendere Themen, als das stille Örtchen. Trotzdem muss erwähnt werden, dass sich die Innenarchitekten auch da sehr kreativ geben können, wenn sie denn wollen. Eine der grossartigsten Erfindungen ist sicherlich das Unisex-Klo. Man erinnere sich: Ally Mc Beal, geheime Gespräche, die garantiert von der betreffenden Person belauscht wurden, die Spül-Fernbedienung, lauschiges, gemeinsames Händewaschen?

Nun, aufgrund äusserer Umstände kommen neuerdings gewisse Personen in den Genuss eines solch emanzipierten Ortes. Wer sich nun denkt, dass das in irgend einer Weise aufregend oder lustig sein soll, der sollte einmal mit eigenen Augen sehen, was passiert, wenn Weiblein und Männlein da zufälligerweise aufeinander treffen. Verschämt zu Boden guckend waschen sie sich hurtig die Hände und versuchen den Drang, ihre Frisuren oder Ähnliches vor dem Spiegel zu korrigieren, zu unterdrücken. Man weiss ja auch gar nicht, wie man da kommunizieren soll, da nun der übliche Tratsch verboten ist. Was soll man schon sagen? „Na, auch mal ne kleine Pause eingelegt, höhöhö“ ist sicherlich schonmal nicht sehr angebracht. Ist ja irgendwie verständlich, dass man sich ein wenig unbehaglich fühlt, schliesslich ist das der Ort des Geschehens, wenn es um die kleinen Tricks im Alltag geht. Der Ort des neusten Klatsches und der Kosmetik, des Privatlebens. Man will doch nur ungern zugeben, dass man den ganzen Tag bloss immer nur so frisch aussieht, weil man sich beispielsweise alle zwei Stunden die Zähne putzt, Yoga übt oder jedesmal die Haare zurecht macht. Das sind die kleinen Geheimnisse des alltäglichen Lebens, die nicht einfach so, bloss weil einem das Zusammenleben so aufgezwungen wurde, aufgedeckt werden dürfen, ansonsten werden wir zwar nobel, aber vollends abgeklärt und vielleicht sogar geschockt zu Grunde gehen.

An diesem leicht peinlichen Beispiel sehen wir, dass dieses System des stillen Ortes vielleicht im Fernsehen zum Schenkelklopfer wird, im realen und vor allem schweizerischen Umfeld müsste man da etwas behutsamer vorgehen und die Menschen seelisch darauf vorbereiten, zum Beispiel mit Rollenspielen oder ein paar Beispielen von angebrachten Gesprächsthemen, die man in einer solchen Umgebung anschneiden könnte. Klar, es muss vorwärts gehen im Leben, es gibt einige Horizonte zu erweitern. Hier jedoch dürfte ausnahmsweise mal alles beim alten bleiben.

Fazit: Das Leben ist spannend genug. 😉

Die Welt dreht sich..

..Und so viel geschah, worüber man stundenlang schreiben könnte, es gab rauschende Feste, hübsche Ausgangs-Anekdoten, empörende Zeitungsartikel und die allseits beliebten, immer nervenden Zeitgenossen, über die man sich so gerne beklagt. Blocher schlägt über die Stränge, Mörgeli zeigt seine Schokoladenseite, die Schafe werden weiterhin aus dem Land gekickt – die Welt dreht sich, eine Mühle der menschlichen Abgründe und der farbigen Ereignisse. Die Zeit immer da und sie vergeht, leider bleibt sie nicht genug lang bei mir, damit eine schöne Aneinanderreihung von Worten entstehen könnte.

Fazit: Ich komme wieder. Irgendwann. Mit Pauken und Trompeten. 😉

Mariechen drückt die Schulbank

Es ist faszinierend, wie schnell man sich wieder in die fleissig-/rotwangige Schülerin mit latent schlechtem Gewissen verwandeln kann. Noch nicht mal den ersten Schultag des steinigen Wegs der Erwachsenenmaturität hinter sich gebracht, verhedderte sich das arme Mariechen schon in undurchsichtigen Schulplänen, Zielvorgaben und Hausaufgaben.

Da ist sie mal gespannt, wie das weitergeht. Sie wird euch aber sicher gerne mal von ihren Fortschritten in Physik berichten. Das gefällt euch sicher. 😉

Ein herrliches Wochenende allen!

Zürcher Regenreigen

Die Tropfen trommeln den Takt zum Einläuten des jungen Tages, die grauen Böden glänzen vom Auffangen des Regens wie Silber, das sich seine Form verändern kann und Ringe zaubert. Die Scheiben beschlagen – nur undeutlich erblickt man ein vorbeiziehendes farbiges Ballet von Regenschirmen, sich drehend, improvisiert und doch perfekt in der Choreographie, es wird sich auflösen, und später wieder neu zusammfügen. Es ist still, alle sind noch müde und lauschen andächtig dem Rauschen des Windes und dem leisen Donnern der Tramgeleise, niemand bemerkt, wie sich die Sihl zum reissenden Fluss entwickelt und die Bäume sich im Regen wiegen, mit ihrem satten Grün den einzigen Farbfleck im grauen Asphalt Zürich bildend. Man sehnt sich nach drinnen, und das einzige, das an den Sommer erinnert, ist der Geruch von warmen Strassen und der Anblick von vereinzelten, braungebrannten Mitmenschen, und Damen, die auf Zehenspitzen durch Pfützen waten, weil sie sich nicht von ihren Schühchen trennen wollten.

Zwar kann man sich darüber beschweren, nicht draussen sein zu können, heute Abend. Tief im Innersten ist es doch auch angenehm, sich mal zu verkriechen, ohne ein schmerzendes Gewissen, oder mit dem nagenden Gedanken, was zu verpassen. Die Sonne wird bald wieder erstrahlen und der Regen ist vergessen…