Umgang mit Stress – ganz ohne Druck

Heute wird man regelrecht zugeklatscht mit diversen Artikeln zur Sebstverwirklichung, Stressabbau, Entspannungsmethoden und Selbstoptimierungsanleitungen. Das kann jedoch gerade für Menschen, die sich beruflich oder privat in einer angespannten Situation befinden, exakt das Gegenteil auslösen. Mit jeder Scrollbewegung erhöht sich der Druck und man fragt sich, ob man wirklich genügend dafür tut, um sich von Stress zu befreien und sein wahres Ich zu entdecken. Das ist natürlich totaler Blödsinn, aber so funktionieren wir Menschentierchen nun mal. Selbst immer wieder mit dem Thema konfrontiert und immer dazu lernend, mag ich meine Gedanken ein bisschen mit der Welt teilen – und vielleicht genau dir dabei helfen, die Perspektive ein wenig zu shiften. Hier meine (bisher) wichtigsten Erkenntnisse zum Thema Stressbewältigung und Ausgleich.



Konzentriere dich auf wenige Dinge 

Nur zu leicht beschleicht einen das Gefühl, man müsse nun volle Kanone sämtliche Methoden anwenden, die einen von Ratgeberseiten anspringen. Morgens Journaling, Meditation, Bewegung. Am Mittag Atemübungen und Achtsamkeit, am Abend Sport, Meditation, Entspannungsübungen, Affirmationen, früh ins Bett…… STOPP!  Da fühlt man sich ja beim Lesen schon gestresst.

Wir Menschen können immer nur ganz wenige, kleine Gewohnheitsänderungen in unseren Alltag integrieren. Also: Spiel mit den verschiedenen Methoden, finde heraus, was dir gut tut und was du vielleicht einfach nur doof und schwurbelig findest.

Ich persönlich hab damit angefangen, (fast) jeden Morgen mit 10 Minuten mit Headspace zu meditieren. Andy ist down to earth, ganz unesoterisch und unkompliziert.

Fuck the noise
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und wir sind noch immer keine Maschinen. Daher sind all diese Instagram-Channels, die behaupten, mit ganz viel Willen schaffe man alles und das in kurzer Zeit, einfach nur Gift. Solche pseudo-motivierten Menschen und Institutionen suggerieren dir, dass du ein Versager/eine Versagerin bist, wenn dein Leben nicht täglich ausgeglichen, energetisch und voller Erfolgserlebnisse ist.

Schliesslich leben wir nicht in Hollywood und haben nicht den ganzen Tag Zeit für Self-Improvement. Veränderungen brauchen viel Zeit, insbesondere wenn es eingefahrene Muster sind, an denen wir arbeiten wollen. Es wird Tage geben, wo gar nix hilft, dann wirst du wieder grosse Sprünge machen. Das Geheimnis liegt in der Regelmässigkeit und deiner Geduld mit dir selbst.

Ich folge seit Längerem nur noch Personen, die menschlich mit solchen Themen umgehen und selber zugeben, dass es zwar immer ein bisschen vorwärts, aber nicht immer nur geradeaus geht. Ich habe gelernt, dass es keine Quick-Fixes gibt. Auch, dass reiner Wille gar nichts bringt. Wenn es zu gut klingt, ist es vermutlich nicht wahr.

Priorisiere dich!
Vor allem Frauen fühlen sich oft fremdbestimmt (natürlich, liebe Herren, gibt es das auch bei euch!). Wir haben gelernt, dass wir zuerst alle anderen glücklich machen müssen und ja nicht zu viel Platz beanspruchen dürfen. Ich leide bis heute immer wieder einmal unter einem latent schlechtem Gewissen, wenn ich in den Sport gehe, statt mich mit Leuten zu treffen oder mich im Zimmer wegsperre, um meine Entspannungsübungen zu machen statt mich ins Wohnzimmer zu setzen.

Nur: Wenn wir uns selber vergessen, verlieren wir irgendwann unsere Energie. Ohne Energie können wir letztlich auch nichts für unser Umfeld tun. Wir werden höchstens unausstehlich. Im schlimmsten Fall brennen wir aus.

Also: reserviere Zeit für dich. Du darfst das. Nur wenn du weisst, was du brauchst, was dir gut tut und du lernst (achtung, Klischee-Alarm, aber ist doch wahr), dich selber etwas lieber zu haben, kannst du auch positiv auf dein Umfeld wirken. Sei dir deine beste Freundin/dein bester Freund. Vereinbare Dates mit dir. Nein, nicht was du jetzt denkst. Reserviere Zeit für dich, für Sport, fürs Kochen, fürs still Dasitzen, um deine Ideen zu entwickeln.

Glücklicherweise ist mir das persönlich noch nicht widerfahren: Ich weiss jedoch, dass es im Umfeld Unverständnis auslösen kann, wenn sich ein Mensch verändern will. Das versunsichert. Eins vorweg: es hilft, dem Gegenüber klar zu machen, dass alles, was man für sich tut, sich unweigerlich (positiv) auf das nächste Umfeld auswirkt. Transparente Kommunikation ist so oder so zu empfehlen, auch wenn es schwer fällt. Diesem Thema werde ich bald einen eigenen Beitrag widmen.

Finde deine Energieräuber und eliminiere sie
Es geht hier nicht um esoterisches Geschwafel. Es ist einfach wichtig zu merken, bei welchen Tätigkeiten und in welchen Momenten man seine Energie verliert. In den meisten Fällen kann man nämlich etwas dagegen unternehmen. Vielleicht muss man sich anders organisieren. Oder etwas aufgeben. Manchmal hilft es auch einfach, die Perspektive, den Blick auf etwas zu ändern. Ich hab beispielsweise damit angefangen, im Geschäft nicht gleich meine E-Mails zu lesen, sondern erst einen Task abzuschliessen, den ich besonders gerne mache oder zuerst auf Trello zu gucken, was denn am Tag alles so ansteht. Das alles geht noch viel besser mit einem frischen Kaffee unter der Nase. Was auch immer es ist, versuche es zu implementieren.

Hab Spass!
Wenn man unter Druck ist (oder sich unter Druck setzt) neigt man dazu, mit bierernster Mine durchs Leben zu gehen. Das Problem: das setzt sich irgendwann mal fest. Und wir wollen ja nicht jetzt schon regelmässig zum Botox gehen. Wenn dir deine Stirnfalten auf die Augen drücken: Such dir eine gute Gesellschaft, mach Pause, rede über lustige Themen, schau dir ein Katzenvideo an (oder das Bild ). Mach dir die Absurdität gewisser Situationen bewusst und amüsiere dich darüber. Wir haben den verdammten Luxus, dass es in unserem Leben meist nicht um Leben und Tod geht.  Nein, natürlich geht es hier nicht darum, einfach nichts mehr Ernst zu nehmen. Aber man kann die Perspektive etwas ändern. Das Gute daran: das ist ansteckend!

Tausche dich aus
Such dir Peers, die eine ähnliche Richtung einschlagen und die deine Gedanken verstehen. Leute, bei denen du über deine regelmässig Erfolge und Misserfolge berichten kannst und die selber gerne einchecken.

Suche dir Hilfe
Wenn der Druck zu gross wird und du das Gefühl hast, normale Methoden greifen nicht, hol dir Hilfe. Es ist keine Schande, in ein Loch zu fallen. Insbesondere Personen, die ganz viel von sich erwarten, sind gefährdet, sich zu übernehmen. Auch wenn das Thema immer noch enorm stigmatisiert wird: sei mutig und stelle den Menschen in deinem Umfeld klar, wie es dir geht. Suche dir eine Selbsthilfegruppe oder mach eine Therapie. Tu nur eines nicht: dich schämen.

Schluss mit Freizeitstress!
Es ist übrigens total okay, mal auf dem Sofa zu liegen und die Wand anzustarren. Oder in der Wanne zu liegen. Oder zu gamen. Man muss nicht ständig draussen rumhüpfen, bloss um die Socialmediakanäle befeuern zu können. Man darf auch mal so richtig perfekt unperfekt sein!



Welche Methoden wendest du an, um Stress und Druck anzubauen?
Hast du Fragen, Anregungen?

Dann hinterlasse einen Kommentar oder schreibe mir.

 

Duschgedanke: Doofer Facebook-Clickbait

Wie fühlen sich eigentlich die Personen, die (frei-)beruflich diese doofen Klick-Höllen-Bildchen herstellen? Jeden Anfangsbuchstaben des Alphabets mit einer total frechen Aussage verknüpfen müssen? Auf quadratischem Raum Grammatik-freie Zonen generieren? Den Newsfeed unschuldiger Personen mit sinnfreiem Irrwitz füllen?

Ich frag ja bloss.

 

 

 

Die schöne Welt der Confcalls – Eine Typologie

Mit fortschreitender Digitalisierung erfreuen sich Telefonkonferenzen, Skype-Meetings und Video-Calls immer grösserer Beliebtheit. Überhaupt ist es gar nicht mehr en vogue, sich persönlich zu treffen. Dank diverser neuer Technologien können sich Geruchs- und Nähe-Neurotiker endlich entspannen, weil sie weder unangenehmen Blicken ausweichen, noch zu viel Körperkontakt aushalten müssen. Perfekt! Doch die fortgeschrittene Technik bedeutet nicht, dass wir Menschen diese auch zwingend beherrschen. Für Neulinge können Confcalls sehr belastend und verwirrend sein. Die folgende (lange im Freundeskreis diskutierte und wissenschaftlich erprobte!) Typologie soll helfen, diese Emotionen einzuordnen.

(Anm. d. Red: Der Einfachheit halber habe ich die maskuline Form verwendet, natürlich gibt es das alles auch in Frau)

Der Spätzünder
Ein sehr beliebter Genosse, insbesondere, wenn er eine Schlüsselrolle in der Thematik innehat. Man erkennt ihn daran, dass er mitten ins Gespräch platzt, eine wichtige Stimmlage aufsetzt und die besten Entschuldigungen bereithält: der Chef musste ihn schnell befördern, er habe das Büro nicht gefunden, ein Yeti habe ihm den Weg zur Kaffeemaschine versperrt oder das Telefon sei plötzlich verschwunden. Und so weiter. Ganz schön ist zudem die Sonderform der Spätzünder, die versucht, sich möglichst unauffällig dazuzugesellen. Das Piepsen und die darauf folgende Stille beleben jedes Gespräch.

Der technisch Überforderte
Man denkt, eine Telefonkonferenz sei relativ geradlinig zu handhaben. Nix da. Es scheint doch viele Stolpersteine zu geben. Nein, es geht nicht, sich mit Whatsapp in einen Skypecall einzuwählen. Und nein, ein Räuspern ist nicht die richtige Antwort auf die Aufforderung, seinen Namen zu nennen und nein, man sollte nicht auf das rote Hörerchen drücken, wenn man etwas sagen möchte. Nur so. Fürs nächste Mal. Unnötig zu erwähnen, dass die technisch Überforderten wohl eine gewisse Dunkelziffer der Spätzünder darstellen.

Die dunkle Seite des Calls – oder: The Darth Vader
Dieser Teilnehmer hat das Gebiet der Stummschalt-Möglichkeiten noch nicht erforscht. So kommt es, dass Gespräche von einem lauten Schnauben und regelmässigen Seufzern begleitet werden, die an Bedrohlichkeit zunehmen, wenn die Personen etwas zu sagen haben (ICH BIN DEIN VATER!!?). Echte Profis auf dem Gebiet rascheln auch noch mit ihrem Sandwichtütchen oder nehmen zwischendurch ein paar Schlucke von ihrem Kaffee.

Der Abgelenkte
Man sich solche Mühe gegeben. Hat Blut und Wasser geschwitzt, um seinen Auftritt zurechtzulegen. Man schmettert also voller Inbrunst sein wichtiges Plädoyer in Richtung Publikum und wartet angespannt. Grillenzirpen. Aufforderung durch den Moderator. Dann nuschelt es plötzlich «Oh sorry, war grad ein wenig abgelenkt». Frechheit. Das kann schon eine mittlere Identitätskrise auslösen! Was kann denn so viel spannender sein als die eigene betörende Stimme? Man wird es leider nie erfahren.

Der Hijacker
Dieser Zeitgenosse ist sich zwar bewusst, dass sein Thema nicht zwingend das gefragte Thema ist. Das ist jedoch kein Grund, dass man nicht immer wieder damit anfangen und die Konferenz schmerzvoll verlängern kann. Das muss jetzt einfach raus. Auch wenn alle anderen die Stirn auf die Tischplatte legen – Was muss, das muss! 

Silent Bob – oder: der Schweigsame
Eigentlich kein unangenehmer Kollege. Wenn es in Calls nicht elementar wäre, dass man etwas zu sagen hat. Noch besser ist es, wenn die Leute es auch hören, wenn man etwas zu sagen hat. Nur hat diese Spezies – ganz im Gegensatz zu Darth Vader – eine zu innige Beziehung zum «Mute»-Knopf. Man könnte die zwei doch mal in einen gemeinsamen Workshop stecken.

Der Zögerliche
Man hat alles besprochen. Der Moderator hat mehrmals nachgehakt, ob es noch Punkte gebe. Einige verabschieden sich schon mit einem aussagekräftigen Piepsen (zumindest die technisch Überforderten), der eigene Finger wandert auf das rote Hörerchen,  plötzlich erklingt eine Stimme aus dem Off «Moment, ich hab no —-».  Schade, der Finger hat schon gedrückt. Schande!

Diese Liste ist natürlich nicht abschliessend – Ergänzungen sind sehr willkommen. In diesem Sinne: Möge der Call spannend und der Kaffee stark sein!

Grammatik: von Ellipsen und anderen Macken

So jetzt bin ich in die Falle getappt. Ich habe viel zu lange gewartet, und damit meine zwei Leser wieder verloren. Aber ist ja egal, wer meine sinnfreien Grammatik-Einträge liest. Es ist doch die Hauptsache, dass danach mein Gemüt wieder im Einklang mit der Welt ist.
Online-Therapie – Übrigens der letzte Schrei, wie mir scheint. Da mische ich selbstverständlich ganz vorne mit!

Eine Therapie scheinen auch die Autoren/Autorinnen der folgenden zwei Spruchbildchen zu benötigen. Denn ganz offensichtlich engt der quadratische Text ein, insbesondere den Bereich des Gehirns, welcher für den Humor und das Sprachzentrum verantwortlich ist. Aber seht doch selbst.

Telefonierende Sekunden?

Die Sekunden_Schmeissen_Handy

Frauen mit Stil – Das gilt nicht für das schöngeistige Schreiben, wie es aussieht.
Die Zeit war der Menschheit schon immer ein Rätsel. Was macht die denn den lieben ganzen Tag? Offensichtlich rennt sie uns nicht nur davon, Sie telefoniert auch noch!

Aber, aber, erwachsen!

Aber erwachsen

Häkelschwein, Häkelschwein, Häkelschwein. Was wolltest du uns hier eigentlich mitteilen? Dass du Ellipsen magst? Ist das postpubertärer Spät-Dadaismus? Jedenfalls muss man so derartig aufpassen im Leben! Sonst könnt man ja noch verstanden werden! Aber erwachsen.

Bett. Jetzt. Tschüss.

Grammatik: Beziehungen überstehen und unpersönlich persönlich werden

Liebe Freunde der kompakten Weisheiten, ich würde nun mit leeren Händen dastehen, hätte ich nicht so liebe Leute –  heute die zwei charmanten Damen Anna und Anna – die mich mit solch schönen Beispielen beglücken!

Kommen wir doch gleich zur Sache.

Beziehungstipps von Dr. Holper:

Beziehungen überstehen

Worum geht es in einer Beziehung? Es geht nicht immer darum, glücklich zu sein? Okay, akzeptiert. Und das alles perfekt läuft.

Moment.

Was soll denn perfekt laufen? Dass es nicht immer darum geht, glücklich zu sein? Du stellst aber grosse Forderungen an deine Umwelt. Du erwartest quasi schon die Erleuchtung von deinen Lesern. Mutig.

Also gut, nächster Teil: Es geht in einer Beziehung darum, den anderen zu akzeptieren – und vor allem! (‚hey ich hab da noch so einen spontanen Einfall, denn ich habe heute Morgen mein Ritalin vergessen!‘)

Den Rest des Satzes kennt ihr ja.  Ich weiss nicht, wie es euch geht, liebe Freunde; ich persönlich fühle mich beim Lesen, als wäre ich mit einem Moped auf der Motocross-Piste. Völlig durchgeschüttelt und flau im Magen.

Dankeschön!

Achtung, harte Fakten:

Fakt ist...

 

Ich musste auch schon meine zweite Persönlichkeit anrufen, damit man mich findet. Imfall!
Fakt ist, jeder von uns musste mal ihren Verstand um Rate fragen, damit man das richtige Deutsch findet.
Ich sage nur: einmal ist schonmal keinmal!

Ich bin kryptisch? Oh ja.

OverandOUT.

 

 

 

 

Grammatik – Die Verbess-Schlimmerung

Herrlich. Das Wochenende hat gestartet. Das Feierabendbier steht vor der Nase und mit Freude blickt man auf all den Aktivismus, den man wagemutig in die folgenden zwei Tage gepresst hat. Da bleibt nicht viel Zeit zum Schreiben, leider (für die einen auch zum Glück).
Das heisst für euch, liebe Freunde der schönen Sprache, dass ihr euch mit einem einzigen Bildchen vergnügen müsst. Doch es hat es in sich. Komprimierte Schlechtigkeit, sozusagen. (Danke zum Zweiten, Kevin!)

Langweiliges Fensterputzen:

Ironisches_Fensterputzen

Da muss ich erst einmal leer schlucken. Da freut man sich, endlich einmal einen gewissenhaften Menschen vor sich zu haben, und dann das!
Mit dem Verbessern der Orthografie im ersten Satz ist dem netten Kerlchen wohl die Puste ausgegangen. Er hat schon ein „ironisches“ Statement gesetzt und das soll  ja schliesslich auch reichen! ‚Orthografie spielt eine Rolle – haha, wie ironisch!‘

Nein, es gibt hier keine Ironie (für alle, die es nicht gewusst haben). Zumindest liegt sie nicht da, wo der Schreiberling denkt. Aber tiefe Traurigkeit, ja, die ist gerade sehr präsent. Ich hätte lieber das falsche „t“ in Kauf genommen als ein nominalisiertes „egal“.

„Schatz – Was ist das denn für ein scheiss Egal? Das ist kaputt!“
„Hast du endlich Scheiss-Egal gekauft? Mit dem wird sogar die schmutzigste Wäsche sauber!“
„Ist das Ikea-Egal nun endlich zusammengebaut?“
„Ich muss mal wieder aufräumen, man sieht die Egale schon gar nicht mehr“

Das könnte man nun ewig so weiterspinnen. Mach ich aber nicht.

OVERANDOUT!

Grammatik – Paranoide Monster und Comic Sans

Jetzt ist es passiert. Die Bildchen des Grauens fangen an, einen nicht unerheblichen Teil meines Speicherplatzes auf meinem geliebten Laptop zu besetzen. Man könnte fast den Eindruck bekommen, als sässen hunderte von hämisch grinsenden Bildchen-Trolle in dunklen Räumen, um mit Absicht solche Texte zu produzieren. Eigentlich sind die Posts ein wunderschönes Foltermittel. Mich könnte man jedenfalls mit diesen Methoden zum Singen bewegen, hätte ich irgendetwas zu verbergen. Stasi-Methoden? Nichts gegen diese quadratischen Quäl-Textchen!

Der Weg (zugesendet von Kevin, vielen Dank!):

Apostroph_Katastroph

Ach, welch Schmerz in meinem Herzen!
Es war einmal ein Apostroph, das fühlte sich gar alleine
Da kam ein weiser Bildchen-Philosoph und machte dem Apostroph Beine
Voller Inbrunst und gar ohne Regel – Ach ach, ich weine, ich WEINE!

Verliebt und gar nicht abgelenkt:

Nicht_ablenken

Okay. Warum sollte man dann noch jemanden provozieren? Und wen sollte man provozieren? Die Männer? Die anderen Frauen? Und was soll dieser Kuss?
Klärt mich auf!

Parenting-Fail oder wenn das Bett Beine bekommt:

Es_HATMEINE_Beine

Nicht bloss, dass es dem Schreiberling offenbar zuviel war, notwendige Leerzeichen zu setzen.
Das Bett, worunter sich das Monster versteckt, hat offenbar die Beine des Vaters und frisst nur kleine Kinder.
Schön.

WEITER!

Grammatik-Paranoia:

Paranoid

Und bloss weil du paranoid bist, heisst das noch lange nicht, dass du berechtigt bist, das Komma des Relativsatzes wegzulassen und „dass“ mit „das“ auszutauschen. Denn es spielt eine Rolle. Auch wenn du mir das nicht glaubst, lieber So-is-DES-Nur-So-UND-Ihr-wisst-Dass-es-So-Is.

Und jetzt zu meinem absoluten Favoriten:

Lästern_und_dich_einem_schätzen

Ihr habt es richtig gesehen. Da haben wir ihn schon wieder, unseren geschätzten Elmar Rassi. Der mit den Verläufen und Comic Sans. Weil er überzeugt ist davon, dass dies der richtige Look für sein Sprüche ist. Noch viel schöner: Es gibt tatsächlich Leute, die das Sprüchlein teilen, ohne zu merken, dass es nicht das heisst, was sie selber eigentlich meinen.

Ich versuche es mal:

Du, Elmar, schätzt Menschen mehr, die einem ins Gesicht sagen können,wenn sie jemand anderen nicht mögen, als diejenigen, die so tun, als ob sie jemand anderen mögen und dann hinterm Rücken über einen lästern.

Zu Deutsch: Du hast lieber falsche Menschen, die vor dir über jemand anderen lästern, als solche, die hinter deinem Rücken reden.

Wolltest du das sagen? Falls nein, gebe ich dir einen Gratistipp: Es gibt ihn jeder Sprache verschiedene Personen. Die sollte man nicht mischen.

Elmar, ich dich nicht mögen mehr.

OVER AND OUT.

Grammatik für du und mir!

Liebe Freunde!

Mit Freudentränen in den Augen darf ich euch schon die nächste Serie aus dem Horrorkabinett der Facebook-Bildchen präsentieren. Diesmal gaben sich die kreativen Schreiberlinge besonders viel Mühe! Aber seht selbst.

Dummer Idiot:

Dummer_Idiot

Das ist kein weiser Spruch, das ist keine Streicheleinheit für die Seele, das ist einfach nur doof. Oder soll ich sagen: Da rümpfen wir die Nasen, wie so dumme, eingebildete Erwachsene. Oder wie so Leute, die gerne Weisheiten in geschriebener Sprache lesen würden. Es ist einfach nicht genug, einfachnichtgenug!

(Was ich mich auch noch fragte: Warum tauschen eine Fünfjährige und ein Hund Nachrichten miteinander aus? Und wie?)

NEXT!

Angst vor Fehlern:

Angst_vor_Fehlern

Gewisse Leute, zum Beispiel deine Wenigkeit, sollten wirklich mehr Angst vor Fehlern haben. Es stimmt schon, dass Kommas Leben retten. Hier nicht. Wirklich nicht. Schluchz.

Und jetzt, ein Kunstwerk! Denn du bist niemals zu alt….

Niemals_zu_alt

..um während eines Anfalls von Kreativität verpixelte Comic-Sans-Schrift(KURSIV!! Freunde!! KURSIV!! und mit OUTLINES!) auf violettem Grund zu verwenden, das Ganze noch in einen Windows-95-Verlauf zu packen und dann auch noch mit Namen und Logo dahinter zu stehen! Reife Leistung Elmar. Das hast du wirklich gut gemacht mit dem Augenkrebs.

Schnell weg!

Eine Legende!

Nicht_Schlafen

„Ist es weil“? „Nachts“ grossgeschrieben? „Du“ grossgeschrieben? Kausalzusammenhang vermasselt?

Ich brauche so viel Rauschgift, um diesen Satz zu verdrängen, dass ich danach garantiert in keinem Traum eines anderen wach sein werde!

So. Das tat gut.

In diesem Sinne – Bis zum nächsten Mal, wenn es wieder heisst: Schreibdurchfall!

Grammatik und andere Fallen: Wütende Pinguine und Einsamkeit

Freunde der schönen Sprache, geschätzte Leser – nun ist es endlich so weit: Nach über einem Monat ist es dem Mariechen gelungen, ganze zwei Beispiele schmerzhafter Sprachverirrung aufzuspüren. Ich deute dies einmal als ein gutes Zeichen! Oder wurden mir die Bildchen mit Absicht unterschlagen? Lagen alle Sprücheklopfer mit einer Winterdepression darnieder und hatten keine Kraft, hässliche Zitate auf Facebook hochzuladen? Wir werden es nie herausfinden.

Eine unerwartete Wendung!

Egalwie_ABER

Schön! Ich mag Sprüche mit Spannungsaufbau. Dummerweise, lieber Autor, hast du dich selber mit deinem total deplatzierten „Aber“ geknebelt. Aber wenn du das unbedingt möchtest, kannst du danach aber auch nicht behaupten, keiner verstehe dich. So sieht es nämlich aus, als wären das zwei unterschiedliche, zufällig zusammengeworfene Sätze, die sich von Weitem argwöhnisch beäugen. Als hättest du etwas ganz anderes sagen wollen und mitten im Satz genervt  aufgegeben.

Es ist ja so: Was auch immer man auf Facebook schreibt. Aber im Endeffekt interessiert das ja keinen.

Korrekturversuch: „Egal wie viele Menschen dir sagen, dass sie dich lieben; im Endeffekt bist du immer alleine, wenn es dir beschissen geht“

Na? Deprimierend, oder?

Watschelnde Pinguine

Pinguin

Ich muss sagen, da kriege ich wirklich Krämpfe. Wieder so ein Beispiel von absoluter Missachtung von Korrektheit. Was haben wir gelernt im Deutschunterricht? Dass wir Wörter unter gewissen Umständen nominalisieren (substantivieren) dürfen, wenn sie als Nomen (Substantive) gebraucht werden. Ja – das ist teilweise nicht ganz so einfach, klar. Es ist schlimm, aber das schlimme ist nun einmal das Schlimme, weil der Pinguin ja auch nicht plötzlich der pinguin ist. So. Das alles wäre ja allein noch nicht so tragisch.

Kommas sollte man jedoch nicht dort setzen (oder weglassen), wo man gerade Lust dazu hat. Denn so klingt der Satz wie aus dem Munde eines ausser Atem gekommenen Schuljungen mit Zahnlücke. Und: falsch – einfach nur falsch!

Gemäss deiner Aussage, lieber Verfasser, ist das Schlimme daran ein Pinguin zu sein, dass wenn man sauer ist. Und „wegwatschelt“ sieht immer noch total süss aus. Ich weiss ja nicht, wer „wegwatschelt“ ist, aber ich bin mir sicher er/sie freut sich sehr über das Kompliment!

Alkohol!

Zuerst aber noch ein Korrekturversuch:

Nummer eins: „Das Schlimme daran ein Pinguin zu sein, ist, dass wenn man sauer ist und wegwatschelt, man immer noch total süss aussieht. “
Immer noch ziemlich holprig.

Nummer zwei: „Das Schlimme am Dasein eines Pinguins ist, dass er immer noch total süss aussieht, wenn er wütend wegwatschelt“

Und? Ich bin gleich ganz entspannt!

In diesem Sinne: Geniesst die Kurze Woche.

Grammatik und andere Fallen

Wir lieben sie, wir hassen sie: Die tollen Motivations-Sprüche, die immer wieder gerne im heimischen Facebook-Feed auftauchen. Ich mag sie eigentlich, auch wenn ich sie selber nicht teile (hab ich schon erwähnt, dass ich diese Wortschöpfung hasse?). Schliesslich sind die Sprüche oft wahr, oder zumindest klingen sie tröstend. Oder man grinst ganz insgeheim darüber.

Eine Frage geistert mir jedoch immer wieder durch den Kopf: Warum schaffen es die Gestalter dieser unsäglichen Bildnachrichten immer wieder, auch nur im kürzesten Satz mindestens einen Fehler zu machen? Oder wenn das noch gut geht, spätestens in der Bildunterschrift? Wieso die vielen Deppen-Leerzeichen? Ist einmal Durchlesen zuviel verlangt? Und warum muss das Ganze dann auch noch glitzern?

Wichtig: Ich spreche hier nicht von Leuten, die Deutsch als Fremdsprache sprechen und schreiben und somit in klassische Fallen tappen. Es ist auch eine verdammt schwere Sprache. Nein, diese Goldstücke stammen meist aus dem deutschsprachigen Raum von Ureinwohnern und treiben mir regelmässig die Tränen in die Augen. Erkennen die Menschen denn nicht, dass ein tiefgründiger Text ziemlich schnell doof wirkt, wenn er nicht korrekt abgefasst wird? Man kann so  ganze Doktorarbeiten versauen! Und ich bin mir sicher, dass dies auch regelmässig geschieht. Professoren, die sich auf die Schenkel klopfen! Einfach schade, wenn man wegen eines Textes in Gelächter ausbricht, wenn man doch eigentlich seufzen oder gewichtig nicken müsste.

Ich frage mich: Ist es den Leuten einfach egal? Denken sie, dass auf dem Internet andere, ganz eigene Grammatik-Regeln herrschten? Oder ist es einfach Faulheit, weil man annimmt, der Empfänger verstehe dann schon, was gemeint ist? Keine Bange, das ist meist (!) schon der Fall. Aber man muss ganz fest heulen dabei.

Als grosser Fan von der Serie „Your Grammar Sucks“ von jacksfilms nehme ich mir nun vor, hier einigermassen regelmässig (in Simones Welt also ca. zweimal im Jahr ) die schönsten Blüten zu veröffentlichen und mich kräftig darüber zu ärgern. Nein, vorerst mal nicht in Video-Form. Dazu habe ich einfach zu wenig Kamera-Gen.

Sollte ich also mal ein von dir geteiltes Bild/Kommentar posten, lieber Leser, sei bitte nicht beleidigt. Es geht ja schliesslich nicht um dich, sondern um den Text. Und wenn du mich gut kennst, weisst du, dass ich mir meiner eigenen Fehleranfälligkeit sehr bewusst bin. Aber ich lese meine Ergüsse wenigstens durch.

Wer mich kennt, weiss, dass ich einfach gerne böse bin. 😉

Zum Anfang habe ich nur ein einziges Bildchen (Aber da kommt noch mehr, da bin ich mir sicher):

Liebe ist… schön und macht blind. Aber nicht gegen alles!

Liebe ist_Kommafehler

Naja, wo soll ich anfangen? Der Spruch selber hat Gehalt, er thematisiert einen wichtigen Punkt, der in den meisten Beziehungen nicht wirklich beachtet wird. Aber warum, lieber Autor, hast du das Komma dort gesetzt? Mitten in einem ganzen Satz, der nicht getrennt werden möchte!  Wie kommt man auf die Idee? Wolltest du dem Leser eine kleine Lese-Pause gönnen? War dir der Satz zu lang? Oder hast du gezögert, ob das mit dem Fürsorglich-Sein auch wirklich stimmt? Poetische Note? Was auch immer: es ist falsch. Für mich fühlt sich das beim Betrachten an, als stelle mir jemand ein Bein: Selbst bei einem Streit – grumpf! autsch! – fürsorglich zu sein.  ZONK!

So ungefähr soll das laufen. Wenn man will, kann man mir auch Screenshots, Bilder oder was auch immer schicken, die ich dann mit Genuss kommentiere. Oder auch nicht. Vielleicht liest das auch gar keiner. Ich bin so populär. 😉

In diesem Sinne: ein Hoch auf die Grammatik !