Die schöne Welt der Confcalls – Eine Typologie

Mit fortschreitender Digitalisierung erfreuen sich Telefonkonferenzen, Skype-Meetings und Video-Calls immer grösserer Beliebtheit. Überhaupt ist es gar nicht mehr en vogue, sich persönlich zu treffen. Dank diverser neuer Technologien können sich Geruchs- und Nähe-Neurotiker endlich entspannen, weil sie weder unangenehmen Blicken ausweichen, noch zu viel Körperkontakt aushalten müssen. Perfekt! Doch die fortgeschrittene Technik bedeutet nicht, dass wir Menschen diese auch zwingend beherrschen. Für Neulinge können Confcalls sehr belastend und verwirrend sein. Die folgende (lange im Freundeskreis diskutierte und wissenschaftlich erprobte!) Typologie soll helfen, diese Emotionen einzuordnen.

(Anm. d. Red: Der Einfachheit halber habe ich die maskuline Form verwendet, natürlich gibt es das alles auch in Frau)

Der Spätzünder
Ein sehr beliebter Genosse, insbesondere, wenn er eine Schlüsselrolle in der Thematik innehat. Man erkennt ihn daran, dass er mitten ins Gespräch platzt, eine wichtige Stimmlage aufsetzt und die besten Entschuldigungen bereithält: der Chef musste ihn schnell befördern, er habe das Büro nicht gefunden, ein Yeti habe ihm den Weg zur Kaffeemaschine versperrt oder das Telefon sei plötzlich verschwunden. Und so weiter. Ganz schön ist zudem die Sonderform der Spätzünder, die versucht, sich möglichst unauffällig dazuzugesellen. Das Piepsen und die darauf folgende Stille beleben jedes Gespräch.

Der technisch Überforderte
Man denkt, eine Telefonkonferenz sei relativ geradlinig zu handhaben. Nix da. Es scheint doch viele Stolpersteine zu geben. Nein, es geht nicht, sich mit Whatsapp in einen Skypecall einzuwählen. Und nein, ein Räuspern ist nicht die richtige Antwort auf die Aufforderung, seinen Namen zu nennen und nein, man sollte nicht auf das rote Hörerchen drücken, wenn man etwas sagen möchte. Nur so. Fürs nächste Mal. Unnötig zu erwähnen, dass die technisch Überforderten wohl eine gewisse Dunkelziffer der Spätzünder darstellen.

Die dunkle Seite des Calls – oder: The Darth Vader
Dieser Teilnehmer hat das Gebiet der Stummschalt-Möglichkeiten noch nicht erforscht. So kommt es, dass Gespräche von einem lauten Schnauben und regelmässigen Seufzern begleitet werden, die an Bedrohlichkeit zunehmen, wenn die Personen etwas zu sagen haben (ICH BIN DEIN VATER!!?). Echte Profis auf dem Gebiet rascheln auch noch mit ihrem Sandwichtütchen oder nehmen zwischendurch ein paar Schlucke von ihrem Kaffee.

Der Abgelenkte
Man sich solche Mühe gegeben. Hat Blut und Wasser geschwitzt, um seinen Auftritt zurechtzulegen. Man schmettert also voller Inbrunst sein wichtiges Plädoyer in Richtung Publikum und wartet angespannt. Grillenzirpen. Aufforderung durch den Moderator. Dann nuschelt es plötzlich «Oh sorry, war grad ein wenig abgelenkt». Frechheit. Das kann schon eine mittlere Identitätskrise auslösen! Was kann denn so viel spannender sein als die eigene betörende Stimme? Man wird es leider nie erfahren.

Der Hijacker
Dieser Zeitgenosse ist sich zwar bewusst, dass sein Thema nicht zwingend das gefragte Thema ist. Das ist jedoch kein Grund, dass man nicht immer wieder damit anfangen und die Konferenz schmerzvoll verlängern kann. Das muss jetzt einfach raus. Auch wenn alle anderen die Stirn auf die Tischplatte legen – Was muss, das muss! 

Silent Bob – oder: der Schweigsame
Eigentlich kein unangenehmer Kollege. Wenn es in Calls nicht elementar wäre, dass man etwas zu sagen hat. Noch besser ist es, wenn die Leute es auch hören, wenn man etwas zu sagen hat. Nur hat diese Spezies – ganz im Gegensatz zu Darth Vader – eine zu innige Beziehung zum «Mute»-Knopf. Man könnte die zwei doch mal in einen gemeinsamen Workshop stecken.

Der Zögerliche
Man hat alles besprochen. Der Moderator hat mehrmals nachgehakt, ob es noch Punkte gebe. Einige verabschieden sich schon mit einem aussagekräftigen Piepsen (zumindest die technisch Überforderten), der eigene Finger wandert auf das rote Hörerchen,  plötzlich erklingt eine Stimme aus dem Off «Moment, ich hab no —-».  Schade, der Finger hat schon gedrückt. Schande!

Diese Liste ist natürlich nicht abschliessend – Ergänzungen sind sehr willkommen. In diesem Sinne: Möge der Call spannend und der Kaffee stark sein!

Auf ein Neues!

Manchmal ist man so richtig doof. Und steht sich selber gerne mal im Weg. Man verliert sich doch schnell einmal auf der Suche nach absoluter Perfektion. Und macht dann lieber gar nichts. In meinem Falle hat dies zur Schreibblockade des Jahrhunderts geführt.

Ich kann gar nicht sagen, was es war: Die Bachelor-These? Das Altern? Oder die zunehmende Furcht vor den Kommentatoren im Internet? Was auch immer der Auslöser war: Irgendwann setzte sich in meinem Kopf fest, dass es total uncool sei, einfach so zu bloggen, wie einem der Schnabel gewachsen ist. Heute, wo jeder, der irgendwie was zu sagen hat (oder eben auch nicht), das Bedürfnis verspürt, seine Ergüsse schriftlich festzuhalten, brauchst du doch ein Thema, worauf du dich voll und ganz fokussierst. Du brauchst eine Spezialisierung! Mindestens einen Expertinnen-Status auf einem bestimmten Gebiet! Relevanten Content! Sonst kann ja keiner mein Profil in eine Schublade stecken. Und das wäre ja ganz schlimm.

Das einzige, was ganz schlimm wurde, war meine Sehnsucht danach, meine Gedanken in Worte zu formen. Es hat sich quasi ein Kreativ-Vakuum in meinem Kopf gebildet, gähnende Leere, ja, ein Tal der Tränen!

Damit soll jetzt Schluss sein. Schliesslich ist das hier der Freudomat. Und der hat schon immer ausgespuckt, was in Mariechens Welt gerade aktuell ist. Und das soll auch weiterhin so bleiben: so soll hier nun wieder mindestens einmal pro Jahr etwas stehen. Oder vielleicht zweimal. Und weil dieser Blog mit mir wächst, werden sich diese Themen immer wieder wandeln. Oder auch nicht? Vielleicht werde ich ja doch noch Balkonbegrünungs-Coach, Oberbefehlshaberin der Grammatikpolizei oder Chairwoman!

Ich hoffe inbrünstig, dass meine drei Leser noch da sind – ansonsten dürfen sich gerne ein bis zwei neue Personen dazugesellen.

In diesem Sinne: bis bald!

P.S: ich habe noch immer kein Korrektorat. Und weil ich selber bekanntermassen Gritler bin, darf man mich ebenso korrigieren. Jawohl.

Das Leben und sein Eigenleben

(Vorsicht, nur für starke Nerven)

Liebe Leserinnen und Leser meines sonst eher leichtfüssigen kleinen Blogs, lange habe ich mir überlegt, ob ich’s denn, ja wie – und überhaupt  – wann ich es erzählen soll. Die Partymaus, mit der man Pferde stehlen kann wird plötzlich ganz ernst. Darf ich es denn einem solch grossen Publikum erzählen? Oder ist das tabu? Werde ich deswegen diskriminiert? Was denken denn die Menschen um mich herum, wenn sie die Geschichte mit dieser Selbstoffenbarung lesen? Vielleicht wollen sie diese ja gar nicht lesen, mich so gut kennen.

„Scheiss drauf!“ rief ich dann lauthals in meinen kleinen Bildschirm. Das Leben ist zu kurz, um immer darauf zu schauen, dass auch ja niemand sich angegriffen, angeekelt oder überfordert fühlt. Oder ob dies ewig im Internet auffindbar sein wird. Wer mich mag, der mag mich auch so und wer schon immer Mühe hatte mit dem Mariechen, ja, dem wird nun das letzte falsche Lächeln vergehen. Nichts muss, alles darf – wie schon gescheite Menschen sagten. Denn ich will darüber berichten. Und damit vielleicht anderen Betroffenen helfen. Mit einem Tabuthema brechen. Die Leute aufwecken. Aber eins will ich nicht: Mitleid heischen. Daher sei dir dessen, lieber Leser, bitte stets bewusst.

Mein Leben war bisher eigentlich meist sehr unbeschwert. Klar, da waren so ein paar Abstürze, Ausschweifungen, Herzensbrüche, Geldsorgen, Gesundheitssorgen, abgebrochene Fingernägel, schlecht geschnittene Haare, die falschen Socken. Ich musste mich viel zu früh von lieben Menschen trennen und manchmal bitterlich weinen. Was halt alles so passiert in einem kleinen Menschenleben. Aber unter dem Strich war eigentlich immer alles – wie ich es gerne nenne – sehr flauschig.

Letzten Sommer musste ich mir nach langem Ahnen, Bangen und Hoffen die fünf Buchstaben anhören, die keiner gerne hören möchte: Krebs. Genauer: Gebärmutterhalskrebs. „Frau Mariechen, leider muss ich Ihnen mitteilen, dass trotz aller Vorsorgeuntersuchungen bei Ihnen gegen alle Regeln ein kleiner Tumor gefunden wurde.“ Bam. In your Face. Dein Leben ist in akuter Gefahr, Kleines! Die Worte hallten ungefähr zehntausendmal in meinem leeren Gehirn wider. Tränen. Angst. Tod. Keine Familie. Grosse Operation. Noch nie hatte ich so wenig Boden unter den Füssen. Ich blickte in ein schwarzes Loch. Dass meine Ärztin noch hinzufügte, dass ich gute Chancen auf Heilung hätte, ging im Strudel erstmal unter. Ich fragte mich: Was habe ich falsch gemacht im Leben? Hätte ich weniger rauchen sollen, weniger trinken? Weniger Party feiern sollen? Vielleicht ein, zwei Mal auf die fettigen Kebabs und Burger verzichten sollen? Hab ich irgendwas verbrochen?

Aber so läuft das für mich nicht. Krebs hat für mich nichts mit Karma zu tun. Ansonsten hätte es ein paar Diktatoren weniger gegeben auf diesem wunderschönen Planeten. Es trifft am Ende des Tages einfach jemanden. Die Statistik schlägt zu. Man hofft immer, dass es einen selbst nicht erwischt. Aber will ich denn, dass es dafür jemand anderes trifft? Nein, natürlich nicht.
Fakt ist: Krebs ist eine heimtückische und fiese Diagnose. Das Abstrakte, das Ungewisse daran macht Angst. Es sind eigentlich nur entartete Zellen, die schief wuchern und keine Nachbarn in ihrer Nähe dulden. Dennoch fühlt es sich an wie ein Gespenst, das ständig sein Gesicht verändert. Dass man sich dabei in totaler Gesundheit wähnen kann, obwohl es schon in einem wütet, verunsichert einen in seinen Grundfesten. Man hat sehr wenig Kontrolle über das, was mit dem Leben passiert. Old News, ich weiss, und doch verdrängt man diese Tatsache glücklicherweise. So sind wir Menschentierchen programmiert.

Die Diagnose lehrt einen Demut. Die empfand ich als sensibles Wesen schon vorher, aber jetzt weiss ich umso mehr, wie wertvoll jede Minute im Leben ist. Sie hat mir auch gezeigt, was für ein verdammtes Glück ich mit meinen Freunden und Familie, meinem Liebsten und meinem allgemeinen Umfeld habe. Das weiss man natürlich auch schon vorher, jedoch bleibt da normalerweise eine klitzekleine Unsicherheit, was in Härtefällen wohl mit den Beziehungen geschehen würde. Ich hätte es nur zu gut verstanden, wenn einige Abstand genommen hätten. Aber nichts da. Bis heute sind alle noch bei mir und bereichern mein Leben. Im Spital fühlte ich wie Königin Mutter, die ständig Besuch und Geschenke empfing. Ich weiss nun, die Leute halten zu mir, egal was passiert. Das Grösste ist allerdings: Sie sehen mich immer noch als Person, die ich immer war. Sie schenken Normalität. Das klingt jetzt total klischeehaft – wie in einem ganz schlechten Film. Aber das ist es ja auch, irgendwie. Und ich glaube, nur wer schon einmal so etwas erlebt hat, weiss, wie verdammt wichtig diese Normalität ist. Sie ist das Boot auf ziemlich wilder See. Denn man will nicht als wandelnde, einzige Krebszelle betrachtet und ständig daran erinnert werden, dass das Leben an einem Seidenfaden hängt. Das tut man selbst schon genug in jedem Moment, in dem man nicht genug Ablenkung findet, in dem man gestresst ist, oder sonst irgendwie verunsichert durch das Leben stolpert. Und  mein Umfeld macht es mir so leicht wie es nur geht. Dafür bin ich verdammt dankbar, so dankbar, dass ich es hier ganz unpassend herausschreien muss: DANKE!

Natürlich gibt es noch mehr Klischees, die sich für mich bewahrheiten. Ja, ich betrachte das Leben tatsächlich ein bisschen anders. Ich gehe spielerischer mit Herausforderungen um. Kleine Misserfolge schneiden mir nicht mehr so ins ehrgeizige Fleisch. Ich bin ehrlicher geworden, zu mir selbst und zu anderen. Ich fühle mich mental stärker als je zuvor und spüre, dass ich das weitergeben möchte. Ich kann besser Zuneigung zeigen, denn ich weiss, dass es irgendwann einmal zu spät sein könnte, jemandem zu sagen, dass ich ihn mag. Ich begrüsse meinen Liebsten jeden Tag, als sei er ein Weltwunder (Anm. d. Red.: Das ist er nämlich auch. Jawohl!). Ich packe die Sachen viel eher an, denn ich will meine Träume so gut es geht, erfüllen. Ich liebe das Leben und seine Marotten noch mehr, als ich das so oder so schon tat!

Und Nein, ich gehöre jetzt definitiv nicht zu der Sorte Mensch, die nun alle Probleme anderer und seine eigenen „kleinen“ Sorgen herunterspielt, weil es ja immer was „Schlimmeres“ gibt. Das ist in meinen Augen doof. Fast alle Sorgen und Wehwehchen haben ihre  Berechtigung, gehören zum Alltag dazu, prägen und formen uns, ja, sind unser Benzin für den Lebensofen, damit wir stets eine Vorwärtsbewegung machen können. Ich bin immer noch genau so da für alle Arten von Sorgen meiner Freunde. Denn ich habe die ja auch immer noch. Wer meinen Facebook-Account aufmerksam verfolgt, weiss das nur zu gut. Nur sehe ich die Relationen ein bisschen anders als früher und kann die fünf auch einfach mal gerade sein lassen. Und das ist, wenn ich das mal so fatalistisch ausdrücken darf, einer der guten Seiten einer solchen Diagnose. Ich habe zudem gelernt, wie zäh der menschliche Körper eigentlich ist und mit welchen Kräften man Rückschlägen entgegnen kann. Und dass ich meinen Humor offenbar nicht so schnell verliere (Im Gegenteil!). Das gibt Hoffnung. Hoffnung, dass  ich künftig, falls es nötig wird, mit einem Lächeln in diese Fratzen blicken kann.

Ich hatte viel Glück im Unglück. Dank meiner Vernunft ging ich immer in die Vorsorge, so, dass man es wenigstens noch einigermassen früh entdeckte. Die grosse Operation Anfang September (die heisst Wertheim, falls es jemanden interessiert, aber Vorsicht: Nichts für schwache Nerven und gesunden Appetit!) verlief ohne Zwischenfälle und ich durfte ebenfalls die gute Nachricht vernehmen, dass sie in diesem entfernten Gewebe nichts Bösartiges mehr fanden – Das heisst: Keine Chemo, keine Bestrahlung. Der Pet-Scan liess mich zwar während eines Tages radioaktiv strahlen und eine Gefahr für Schwangere werden, ergab aber keine zum Glück keine Anzeichen von Streuung des Tumors. So weit, so gut. Nun heisst es alle drei Monate in die Kontrolle und hoffen, dass es das letzte Mal war, dass ich in die schiefe Fratze des Krebses schauen musste. Dass die Statistik nicht erneut zuschlägt.

Man kann also sagen, dass ich noch ganz gut weggekommen bin. Das verdanke ich mir selber, den Ärzten und meinem Umfeld. Natürlich geht es einem zwischenzeitlich mal so richtig schlecht. Ich will nicht lügen, ich kann nicht immer positiv denken. Letzteres ist sogar verdammt schwierig. Vor allem wenn man so eine hausgemachte Pessimistin ist und immer wieder gerne mal mit dem Schlimmsten rechnet. Neuste Studien belegen zum Glück, dass das keinen Grossen Einfluss auf den Verlauf dieser Krankheit oder auf Rückfälle hat. Phu. 😉

Wie geht es weiter, fragt ihr euch vermutlich. Und was will das Mariechen nun eigentlich mit diesem Roman bezwecken?

Es geht weiter mit Hoffen und Bangen. Mit Höhenflügen, Normalität und ängstlichen Minuten. Wie auch schon ohne Krebsdiagnose – nur ein wenig intensiver. Ich werde Gas geben und alles daran setzen, dass ich so lange wie möglich munter bleibe.  Mir mentale Boxhandschuhe anziehen und kämpfen. Lachen und tanzen. Freundschaften pflegen. Ich habe gute Heilungschancen und bin für den Moment tumorfrei. Es kann also auch alles gut werden!

Aber ich möchte diesen Kanal nun natürlich auch für Propaganda nutzen:

Mädels, geht in die Vorsorge!

Und wenn ihr mehr als einmal Jährlich zur Vorsorge gebeten wird, tut es. Hört auf euch. Wenn ihr das Gefühl habt, dass da was nicht stimmt: Macht die Konisation. Die Möglichkeit, dass nur eine Vorstufe gefunden wird, ist gross und danach könnt ihr den Mist wieder vergessen! Lasst euch nicht bequatschen mit irgendwelchen Hausmittelchen, sondern wendet diese nur in Kombination mit Schulmedizin an. Es geht hier um Krebs, verdammt noch einmal, und wenn Gemüsesäfte Krebs heilen würden, dann wäre das Problem gelöst! Ich bin absoluter Befürworter von Alternativmedizin und benutze die auch im Moment, aber diese hat genau so Grenzen wie auch die Schulmedizin.

Damit wäre alles gesagt. Zum Schluss bleibt mir nur noch: Wenn Fragen sind, fragt. Ich habe keine Mühe, darüber zu sprechen. Es gehört jetzt nun einmal zu mir und prägt meine Lebensgeschichte.

Fühlt euch zu nichts genötigt: Ich erwarte keine Statements, kein Mitleid, gar nichts. Ich bin immer noch die Simi und manchmal auch noch ein bisschen das Mariechen.

Nur etwas wäre schön: Daumendrücken. 🙂

löööööv!

Velofahren für Nicht-Zürcher

Ich heisse Urs. Nennen wir mich mal Urs. Ich lebe in Zürich und habe ein Fahrrad. Das ist übrigens ganz wichtig – Als Zürcher braucht man ein Fahrrad und das soll man unter jeden Umständen benutzen. Ob schlaftrunken, betrunken oder verletzt – Wer nicht zur Arbeit oder nach Hause radelt, entlarvt sich als spiessiges Landei. Ich radle schon von Kindesbeinen an. So lange lehne ich mich auch gegen Verkehrsregeln auf – Ein echter Zürcher Velofahrer braucht keine Verkehrsregeln. Ich trage einen Helm und habe ein teures Rad – deshalb fühle ich mich unsterblich.

Ich kann mich gar nicht entscheiden, was  meine liebste  Beschäftigung ist. Ist es nun die Ampel bei tiefrot zu überqueren oder wunderschöne Überholmanöver auf einer grossen Umfahrung? Es erfüllt mich doch alles mit Leidenschaft! Ich verstehe gar nicht, warum die anderen Radfahrer des Morgens so übel gelaunt sind. Manchmal kommen mir alle entgegen und schauen mich verstört an, einige machen beleidigende Handzeichen und tippen sich an die Stirn. Neulich wurde ich von einer jungen Dame, die mir entgegenkam, sogar als „Geisterfahrer“  beschimpft. Ich habe bis heute nicht verstanden, warum mich dann auch noch alle Autofahrer anhupten. Dabei fuhr ich doch ganz links am Rand die Strasse hoch.  Radfahrer mit Kopfhörer, ja, die sollte man an den Pranger stellen. Ob man nun rechts oder links auf der Strasse fährt, ist doch einerlei. Hauptsache, die Leute gehen einem aus dem Weg, sage ich immer. Sonst fahre ich halt wieder auf dem Trottoir, da ist es weniger gefährlich.

Ich denke, diese Menschen sind einfach neidisch. Neidisch auf meine Ausrüstung, mein wunderschönes teures Rad und auf meine  Fahrkünste. Das kommt davon, dass ich ein echter Zürcher Radfahrer bin. Ich fahre bei jedem Wetter und in jedem Zustand. Das bin ich.

Grammatik: von Ellipsen und anderen Macken

So jetzt bin ich in die Falle getappt. Ich habe viel zu lange gewartet, und damit meine zwei Leser wieder verloren. Aber ist ja egal, wer meine sinnfreien Grammatik-Einträge liest. Es ist doch die Hauptsache, dass danach mein Gemüt wieder im Einklang mit der Welt ist.
Online-Therapie – Übrigens der letzte Schrei, wie mir scheint. Da mische ich selbstverständlich ganz vorne mit!

Eine Therapie scheinen auch die Autoren/Autorinnen der folgenden zwei Spruchbildchen zu benötigen. Denn ganz offensichtlich engt der quadratische Text ein, insbesondere den Bereich des Gehirns, welcher für den Humor und das Sprachzentrum verantwortlich ist. Aber seht doch selbst.

Telefonierende Sekunden?

Die Sekunden_Schmeissen_Handy

Frauen mit Stil – Das gilt nicht für das schöngeistige Schreiben, wie es aussieht.
Die Zeit war der Menschheit schon immer ein Rätsel. Was macht die denn den lieben ganzen Tag? Offensichtlich rennt sie uns nicht nur davon, Sie telefoniert auch noch!

Aber, aber, erwachsen!

Aber erwachsen

Häkelschwein, Häkelschwein, Häkelschwein. Was wolltest du uns hier eigentlich mitteilen? Dass du Ellipsen magst? Ist das postpubertärer Spät-Dadaismus? Jedenfalls muss man so derartig aufpassen im Leben! Sonst könnt man ja noch verstanden werden! Aber erwachsen.

Bett. Jetzt. Tschüss.

Grammatik: Beziehungen überstehen und unpersönlich persönlich werden

Liebe Freunde der kompakten Weisheiten, ich würde nun mit leeren Händen dastehen, hätte ich nicht so liebe Leute –  heute die zwei charmanten Damen Anna und Anna – die mich mit solch schönen Beispielen beglücken!

Kommen wir doch gleich zur Sache.

Beziehungstipps von Dr. Holper:

Beziehungen überstehen

Worum geht es in einer Beziehung? Es geht nicht immer darum, glücklich zu sein? Okay, akzeptiert. Und das alles perfekt läuft.

Moment.

Was soll denn perfekt laufen? Dass es nicht immer darum geht, glücklich zu sein? Du stellst aber grosse Forderungen an deine Umwelt. Du erwartest quasi schon die Erleuchtung von deinen Lesern. Mutig.

Also gut, nächster Teil: Es geht in einer Beziehung darum, den anderen zu akzeptieren – und vor allem! (‚hey ich hab da noch so einen spontanen Einfall, denn ich habe heute Morgen mein Ritalin vergessen!‘)

Den Rest des Satzes kennt ihr ja.  Ich weiss nicht, wie es euch geht, liebe Freunde; ich persönlich fühle mich beim Lesen, als wäre ich mit einem Moped auf der Motocross-Piste. Völlig durchgeschüttelt und flau im Magen.

Dankeschön!

Achtung, harte Fakten:

Fakt ist...

 

Ich musste auch schon meine zweite Persönlichkeit anrufen, damit man mich findet. Imfall!
Fakt ist, jeder von uns musste mal ihren Verstand um Rate fragen, damit man das richtige Deutsch findet.
Ich sage nur: einmal ist schonmal keinmal!

Ich bin kryptisch? Oh ja.

OverandOUT.

 

 

 

 

Grammatik – Die Verbess-Schlimmerung

Herrlich. Das Wochenende hat gestartet. Das Feierabendbier steht vor der Nase und mit Freude blickt man auf all den Aktivismus, den man wagemutig in die folgenden zwei Tage gepresst hat. Da bleibt nicht viel Zeit zum Schreiben, leider (für die einen auch zum Glück).
Das heisst für euch, liebe Freunde der schönen Sprache, dass ihr euch mit einem einzigen Bildchen vergnügen müsst. Doch es hat es in sich. Komprimierte Schlechtigkeit, sozusagen. (Danke zum Zweiten, Kevin!)

Langweiliges Fensterputzen:

Ironisches_Fensterputzen

Da muss ich erst einmal leer schlucken. Da freut man sich, endlich einmal einen gewissenhaften Menschen vor sich zu haben, und dann das!
Mit dem Verbessern der Orthografie im ersten Satz ist dem netten Kerlchen wohl die Puste ausgegangen. Er hat schon ein „ironisches“ Statement gesetzt und das soll  ja schliesslich auch reichen! ‚Orthografie spielt eine Rolle – haha, wie ironisch!‘

Nein, es gibt hier keine Ironie (für alle, die es nicht gewusst haben). Zumindest liegt sie nicht da, wo der Schreiberling denkt. Aber tiefe Traurigkeit, ja, die ist gerade sehr präsent. Ich hätte lieber das falsche „t“ in Kauf genommen als ein nominalisiertes „egal“.

„Schatz – Was ist das denn für ein scheiss Egal? Das ist kaputt!“
„Hast du endlich Scheiss-Egal gekauft? Mit dem wird sogar die schmutzigste Wäsche sauber!“
„Ist das Ikea-Egal nun endlich zusammengebaut?“
„Ich muss mal wieder aufräumen, man sieht die Egale schon gar nicht mehr“

Das könnte man nun ewig so weiterspinnen. Mach ich aber nicht.

OVERANDOUT!